Der Weg nach Der Immergrüne Flor
Im Immergrünen Flor zeigte Gorgrond, dass Leben ebenso erbarmungslos erobern konnte wie Feuer oder Eisen. Die Botani überwucherten einen Außenposten der Kirin Tor und fanden dort ein instabiles Portal nach Azeroth. Zwischen Sporen, Ranken und uralten Pflanzenriesen entschied sich deshalb nicht nur das Schicksal einiger Magier, sondern auch, ob Draenors ungebremstes Wachstum bis vor die Tore Sturmwinds gelangen würde. In Erzmagierin Sol nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Die Kirin Tor kamen nach Gorgrond, um eine fremde Welt zu verstehen und eine sichere Verbindung nach Azeroth zu unterhalten. Erzmagierin Sol gehörte zu den stärksten Mitgliedern der Expedition. Ihre Beherrschung mehrerer Schulen machte sie zur Verteidigerin eines Außenpostens, dessen Forschende mit Gefahren rechneten, aber die Geschwindigkeit des Immergrünen Flors unterschätzten.
Eine der Letzten, die standhielten
Als Ranken die Anlagen erreichten und Sporen durch die Luft zogen, brach die Verteidigung nicht in einem einzigen Augenblick. Sol hielt aus, während andere fielen oder überwuchert wurden. Jeder gewonnene Moment schien die Möglichkeit zu bewahren, das Portal zu sichern. Doch der Flor musste ihren Körper nicht auf dem Schlachtfeld besiegen. Eine unsichtbare Saat genügte, sobald sie in ihr Gehirn gelangte.
Die Sporen schlugen Wurzeln und übernahmen Bewegung und Zauber, ohne Sols Erinnerungen auszulöschen. Vielleicht blieb tief in ihr ein Rest der Frau wach, die den Außenposten schützen wollte. Gerade diese Möglichkeit macht ihr Schicksal so bitter. Ein leerer Körper wäre nur eine Waffe gewesen; ein vorhandenes Bewusstsein musste zusehen, wie vertraute Magie gegen jene gerichtet wurde, denen sie einst dienen sollte.
Feuer, Frost und Arkane Kraft
Sols Ausbildung blieb vollständig verfügbar. Zuerst trieb Feuer ringförmige Blüten über den Boden, dann schnitt Frost sichere Wege ab, schließlich ließ Arkane Energie den ganzen Raum erzittern. Der Parasit erfand keine neuen Künste. Er wechselte durch das vorhandene Können seiner Gefangenen und machte aus jahrelang erlernter Vielseitigkeit eine Folge immer neuer Bedrohungen.
Immer wieder versuchten die Sporen, durch parasitäres Wachstum tiefer in Sol einzudringen und ihre Macht zu beschleunigen. Wurde dieser Vorgang unterbrochen, wechselte sie die Magieschule. Die Gegner kämpften dadurch nicht nur gegen Zauber, sondern gegen die Bewegung einer fremden Kontrolle im Inneren eines Menschen. Jede Unterbrechung verschob den Griff des Parasiten, ohne Sol aus ihm befreien zu können.
Sols Tod beendete den Angriff ihrer missbrauchten Magie und öffnete den Weg zur letzten Verbindung nach Azeroth. Es war kein sauberer Sieg über eine überzeugte Feindin. Die Kirin Tor verloren eine Erzmagierin, die bis zuletzt vielleicht gegen den eigenen Körper ankämpfte. Hinter ihr wartete Yalnu bereits auf einer anderen Welt, und damit wurde sichtbar, was Sol vergeblich hatte verhindern wollen.