Die Bestie von Torghast
Torghast war Zovaals Gefängnis und zugleich seine Festung. In seinen sich wandelnden Korridoren wurden Seelen eingesperrt, zerlegt und zu Werkzeugen der Herrschaft gemacht. Der Tarragrue durchstreifte diese Hallen seit der Errichtung der ersten Turmspitze. Wo er erschien, blieb von Gefangenen oft nicht mehr als Staub und die Erinnerung an schwere Schritte.
Über seinen genauen Ursprung ist wenig überliefert. Sicher ist, dass der Kerkermeister ihn nicht wie einen gewöhnlichen Wächter einsetzte. Der Tarragrue war groß genug, ganze Gruppen zu zerschlagen, und unerbittlich genug, um selbst jene zu verfolgen, die Torghasts übrigen Schrecken überlebt hatten. Für die Gefangenen des Turms war er das Ende eines Weges, nicht dessen Anfang.
Der Eingang zum Sanktum
Nach dem Angriff auf Korthia öffnete sich der Weg tiefer in Zovaals Reich. Bolvar Fordragon führte die verbliebenen Verbündeten gegen das Sanktum, weil der Kerkermeister dort die Siegel der Ewigen zusammenführen wollte. Bevor sie jedoch seine Diener erreichen konnten, mussten sie die Schwelle des Turms überschreiten.
Der Tarragrue wartete dort als erste Prüfung. Er benötigte keine Rede und keine Verhandlung. Seine Anwesenheit sagte genug: Wer Zovaal folgen wollte, musste an jener Gewalt vorbei, mit der Torghast seine Opfer seit Äonen gebrochen hatte.
Gestohlene Kräfte gegen den Wächter
In den Hallen lagen Anima- und Seelenkräfte, die früheren Gefangenen entrissen worden waren. Die Eindringlinge konnten einen Teil davon an sich nehmen. Damit wandten sie Torghasts eigene Grausamkeit gegen dessen Wächter. Was Zovaal gesammelt hatte, um Seelen zu beherrschen, verlieh nun den Angreifern die Kraft, seine Bestie zu überleben.
Der Tarragrue stürmte, brüllte und zertrat alles, was seinen Weg kreuzte. Dennoch fiel er. Sein Tod erschütterte die alte Gewissheit, dass niemand die inneren Hallen Torghasts erreichen könne. Zum ersten Mal lag die Bestie, vor der so viele Seelen geflohen waren, selbst reglos auf dem Boden.
Ein Tor wird geöffnet
Mit dem Fall des Tarragrue begann der eigentliche Angriff auf das Sanktum. Dahinter warteten das Auge des Kerkermeisters, Sylvanas' Val'kyr und die Überreste jener Seelen, die Zovaal für ihr Versagen bestraft hatte. Die Bestie war kein Stratege, doch sie hatte diese Geheimnisse über Zeitalter vor jedem Zugriff geschützt.
Der Sieg bedeutete deshalb mehr als den Tod eines Monsters. Er bewies, dass Torghasts Ordnung nicht unantastbar war. Die Seelenkräfte des Turms konnten gegen ihren Besitzer verwendet werden, seine Wächter konnten fallen, und der Weg zu den Siegeln der Ewigen war nicht länger vollständig unter seiner Kontrolle.