Die Grenze zur Seuche
Westlich des Bollwerks lagen die düsteren, aber bewohnten Tirisfaler Wälder. Östlich begann ein Land, das von der Seuche ausgezehrt worden war. Der Übergang war nicht nur an verfärbtem Himmel und krankem Nebel zu erkennen. Hinter ihm warteten Geißeltruppen, verseuchte Höfe und die Ruinen Lordaerons.
Die Verlassenen errichteten hier ihre letzte feste Verteidigung gegen die Untoten des Lichkönigs. Obwohl sie selbst untot waren, bedeutete die Geißel für sie keine Verwandtschaft, sondern die Erinnerung an Versklavung. Jeder Angriff aus dem Osten bedrohte ihre mühsam gewonnene Freiheit.
Ein ungewöhnliches Bündnis
Am Bollwerk arbeiteten die Verlassenen zeitweise mit der Argentumdämmerung zusammen. Die Organisation nahm Kämpfer verschiedener Völker auf und stellte den Krieg gegen die Geißel über den Konflikt zwischen Horde und Allianz. An kaum einem Ort wurde diese Zweckgemeinschaft sichtbarer als an der Grenze Tirisfals.
Das Bündnis beseitigte das Misstrauen nicht. Die Apotheker der Verlassenen verfolgten eigene Pläne, während die Argentumdämmerung jede Form des Untodes bekämpfen wollte, die den Lebenden bedrohte. Doch solange die Geißel aus den Pestländern drängte, konnten beide Seiten es sich nicht leisten, gegeneinander zu kämpfen.
Vom Notposten zum befestigten Tor
Nach dem Kataklysmus bauten die Verlassenen das Bollwerk mit ihrer eigenen Architektur aus. Gleichzeitig begannen sich Teile der Westlichen Pestländer zu erholen. Der krankhafte Nebel wich, und die Grenze verlor etwas von der sichtbaren Endgültigkeit, die sie zuvor besessen hatte.
Seine historische Bedeutung blieb jedoch bestehen. Das Bollwerk markiert den Punkt, an dem die Verlassenen ihre neue Heimat gegen den Herrn verteidigten, der sie einst erschaffen hatte. Es ist ein Tor zwischen zwei Formen Lordaerons: dem Reich, das die Seuche überlebte, und dem Land, das sie beinahe vollständig verschlang.