Ehre und StärkeBlackmoore
Dagran Thaurissan II.
Charakter

Dagran Thaurissan II.

Dagran Thaurissan II. ist Sohn Moiras und Erbe zweier verfeindeter Zwergenreiche. Statt die alten Ansprüche einfach zu wiederholen, sucht der junge Prinz in Geschichte und Archäologie nach einer gemeinsamen Zukunft für alle drei Clans.

Ein Kind zwischen zwei Thronen

Dagran wurde als Sohn Moira Thaurissans und Kaiser Dagran Thaurissans geboren. Durch seinen Vater ist er Erbe der Dunkeleisenzwerge und Schattenhochstadts, durch seine Mutter Enkel Magnis und möglicher Erbe Eisenschmiedes. Seine Geburt verband zwei Häuser, deren Verhältnis über Generationen von Krieg, Entführungsvorwürfen und Misstrauen geprägt war. Noch bevor er sprechen konnte, war er deshalb bereits eine politische Frage.

Als Magni kurz vor dem Kataklysmus zu Diamant erstarrte, brachte Moira ihren Säugling nach Eisenschmiede und beanspruchte ihr Erbrecht. König Varian Wrynn zwang die verfeindeten Clans schließlich in den Rat der Drei Hämmer. Muradin vertrat die Bronzebärte, Falstad die Wildhämmer und Moira die Dunkeleisenzwerge. Der Rat sollte regieren, bis Dagran volljährig wäre. Damit wuchs der Junge unter der Erwartung auf, eines Tages eine Ordnung abzulösen, die nur wegen seiner Minderjährigkeit entstanden war.

Der Enkel des diamantenen Königs

Dagran verbrachte viel Zeit in der Halle der Forscher. Bücher, Ausgrabungen und alte Inschriften faszinierten ihn stärker als höfische Machtspiele. Als Anduin Wrynn Eisenschmiede besuchte, führte Moira ihren Sohn durch die Stadt. In Alt-Eisenschmiede las Dagran die Worte, mit denen Magni einst das Ritual begonnen hatte, das ihn in Diamant verwandelte. Kurz darauf kehrte Magni selbst zurück.

Moira wollte, dass ihr Vater seinen Enkel kennenlernte. Für Dagran war Magni jedoch nicht nur ein Großvater. Er war auch der König, dessen Feldzug im Schwarzfels zum Tod seines Vaters geführt hatte. Die Familiengeschichte ließ sich nicht in Helden und Feinde teilen. Dagran musste mit einem Erbe leben, in dem Liebe, Krieg und politische Verantwortung ineinandergriffen.

Ein Gelehrter unter Beobachtung

Mit zunehmendem Alter bemerkten die mächtigen Familien der Zwerge, dass Dagran lieber las als Reden hielt. Manche sahen darin Schwäche. Moira fürchtete, ihr Sohn könne zwar die Geschichte verstehen, aber im entscheidenden Augenblick den politischen Kampf meiden. Dagran selbst fragte sich, wie er überhaupt herrschen sollte: wie sein Großvater, der als Held verehrt wurde und doch seinen Vater getötet hatte, oder wie seine Mutter, deren Handlungen in vielen Berichten düster dargestellt wurden.

Moira warnte ihn, dass Bücher nicht neutral seien. Sie werden von Menschen geschrieben, die auswählen, was erinnert und was verschwiegen wird. Dagran widersprach ihr nicht, zog daraus aber eine andere Folgerung: Gerade deshalb durfte das Lernen nie enden. Er wollte nicht weniger lesen, sondern genauer erkennen, wer aus welcher Absicht eine Geschichte erzählte.

Der Schild aller drei Clans

Ein alter Zwergenschild, der im Ödland gefunden wurde, brachte die alten Rivalitäten erneut zum Vorschein. Jeder Clan glaubte, die Runen bewiesen seinen Anspruch auf das Stück. Während die Anführer stritten, untersuchte Dagran die Zeichen in Eisenschmiedes Bibliothek. Vor der versammelten Führung erklärte er schließlich, alle lägen falsch. Die Runen gehörten nicht einem Clan, sondern allen dreien.

Der Schild war Denkmal, Entschuldigung und Versprechen zugleich. Er erzählte davon, was geschieht, wenn Zwerge gegeneinander Krieg führen, und was möglich wird, wenn sie wieder zusammenstehen. Dagran löste den Streit nicht durch einen Kompromiss, bei dem jeder ein Stück bekam. Er veränderte die Frage. Der Gegenstand war kein Besitz, sondern eine gemeinsame Erinnerung. Moira erkannte darin erstmals deutlich, welche Art von Herrscher ihr Sohn werden könnte.

Ein Erbe, das nicht wiederholen muss

Dagran ist mit Arator befreundet und bewegt sich zunehmend zwischen den Völkern, statt nur innerhalb der Grenzen eines Clans zu denken. Dennoch bleibt seine Zukunft eng mit Eisenschmiede verbunden. Wenn er volljährig wird, könnte sein Anspruch den Rat der Drei Hämmer infrage stellen. Gleichzeitig hat gerade dieser Rat bewiesen, dass geteilte Herrschaft funktionieren kann.

Seine Geschichte ist deshalb noch offen. Dagran könnte zwei Kronen vereinigen und dabei einen neuen Alleinherrscher hervorbringen. Er könnte aber auch eine Ordnung bewahren, in der kein Clan den anderen verdrängt. Seine Stärke liegt bisher nicht in Schlachten, sondern in der Fähigkeit, hinter einem Streit die ältere Geschichte zu erkennen. Für ein Volk, das seine Kriege in Stein meißelt, kann diese Form der Aufmerksamkeit wichtiger sein als ein weiterer Hammer.