Eine Stadt nach dem Verlust Kezans
Die Bilgewassergoblins erreichten Azshara, nachdem sie Kezan und die Verlorenen Inseln hinter sich gelassen hatten. Ihre alte Hauptstadt Lorenhall war im Ausbruch des Kajaro versunken. Viele Flüchtlinge besaßen nur, was sie aus den Wracks retten konnten. Die Horde überließ ihnen Land an der nördlichen Küste Kalimdors. Dort begannen sie nicht mit stillen Hütten, sondern mit Kränen, Kais, Werkstätten und Geschäften. Aus der Not entstand Bilgewasserhafen.
Die Geschwindigkeit des Baus entsprach der Kultur des Kartells. Goblins planten selten für eine ferne, ruhige Zukunft. Sie errichteten, was sofort Gewinn, Schutz oder Bewegung versprach. Häuser standen neben Industrieanlagen, Leuchtreklame neben Geschützen, Speiseplätze neben Werften. Diese Unordnung war nicht bloß Nachlässigkeit. Sie zeigte, wie Handel, Alltag und Militär in einer Gesellschaft ineinandergriffen, die nach einer Katastrophe keine Zeit für eine lange Übergangsphase hatte.
Hafen der Horde und Reich des Handelsprinzen
Bilgewasserhafen wurde rasch ein wichtiger Flottenstützpunkt der Horde. Schiffe und Luftfahrzeuge konnten von hier aus die Küsten Kalimdors erreichen. Kanonen schützten die Einfahrt, während Werkstätten Versorgung und Reparaturen übernahmen. Orgrimmar gewann damit einen Hafen, der näher an seiner Hauptstadt lag als viele ältere Stützpunkte. Für die Goblins bedeutete dieselbe Anlage Arbeit, Handel und eine neue Verbindung zu den Märkten der Horde.
Jastor Gallywix behielt trotz seines Verrats auf Kezan die Führung des Kartells. Seine Symbole und Projekte waren im Hafen überall sichtbar. Die Stadt bot den Flüchtlingen eine neue Heimat, blieb aber unter einem Handelsprinzen, der Macht als Geschäft behandelte. Zwischen den Bedürfnissen gewöhnlicher Bewohner und Gallywix' Ehrgeiz bestand daher eine dauerhafte Spannung. Bilgewasserhafen war das Werk eines ganzen Volkes, wurde politisch jedoch oft wie der Besitz seines reichsten Mannes geführt.
Eine goblinische Antwort auf Heimat
Mit den Jahren entwickelte der Hafen einen eigenen Alltag. Händler, Techniker, Seeleute und Köche füllten die Straßen. Neue Generationen kannten Kezan nur aus den Erzählungen ihrer Familien. Für sie war Bilgewasserhafen nicht bloß ein Ersatz. Die Stadt war der Ort, an dem ihr Volk nach Flucht und versuchter Versklavung wieder gemeinsam leben konnte. Ihre raue Bauweise und die sichtbaren Maschinen machten diese Heimat nicht weniger echt.
Nach Gallywix' Flucht veränderte sich die Führung der Bilgewassergoblins. Gazlowe vertrat einen anderen Umgang mit Arbeitern und Gemeinschaft, auch wenn Profit und Erfindung weiterhin zum Selbstverständnis gehörten. Bilgewasserhafen blieb bestehen. Damit überdauerte die Stadt den Mann, dessen Einfluss ihren Anfang geprägt hatte. Sie wurde zum Beweis, dass das Kartell mehr war als sein Handelsprinz und dass aus einer hastig gebauten Zuflucht eine dauerhafte goblinische Heimat werden konnte.