Die Fabrik unter der Festung
Unter den Mauern der Höllenfeuerzitadelle lagen Hallen, deren Zweck sich von jeder gewöhnlichen Kaserne unterschied. Im Blutkessel wurden Orcs nicht ausgebildet, sondern verändert. Leitungen, Behälter und Laborräume transportierten eine Substanz, die schon einmal eine ganze Welt ins Unglück geführt hatte: das Blut eines Grubenlords.
Der Name des Ortes war daher wörtlich gemeint. Hier kochte die Zitadelle aus Gefangenschaft, Alchemie und dämonischer Magie neue Soldaten hervor. Das Bollwerk schützte diese Arbeit vor Angriffen; der Blutkessel sorgte dafür, dass der Nachschub an Höllenorcs nicht versiegte.
Magtheridons Blut
Magtheridon hatte nach Draenors Zerreißen große Teile der Scherbenwelt beherrscht, bis Illidan Sturmgrimm ihn besiegte. Der Grubenlord wurde nicht getötet. Unter der Zitadelle blieb er angekettet, weil sein Blut wertvoller war als sein Tod. Wie Mannoroths Blut einst die Orcs der alten Horde verdorben hatte, sollte Magtheridons Blut neue Krieger schaffen.
Die Höllenorcs tranken diese Macht nicht in einem einmaligen Schwur. Die Zitadelle machte die Verderbnis zu einem geregelten Verfahren. Was früher als dämonischer Pakt begonnen hatte, wurde nun zur Produktion.
Der Schöpfer und Keli’dan
In den Laboren arbeitete ein Mo’arg, der nur als der Schöpfer bekannt war. Gefangene und Körper wurden für Versuche benutzt, während Broggok und andere Bestien die Hallen sicherten. Am Ende stand Keli’dan der Zerstörer, ein Orc-Hexenmeister und enger Diener Kargaths. Er überwachte die Rituale und bewahrte den Zugang zu den tieferen Geheimnissen der Festung.
Keli’dans Niederlage stoppte einen wichtigen Teil dieser Produktion. Sie befreite Magtheridon jedoch noch nicht und beendete auch Kargaths Herrschaft nicht. Der Blutkessel war nur das Labor; die Befehlshaber saßen weiter in den Zerschmetterten Hallen.
Die alte Schuld in neuer Form
Der Blutkessel ist historisch wichtig, weil er den ersten großen Fall der Orcs wiederholt und zugleich verändert. Wieder wird Grubenlordblut benutzt, wieder verspricht es Stärke, wieder verliert ein Teil des Volkes seine Selbstbestimmung. Diesmal kann niemand behaupten, die Folgen seien unbekannt. Die Betreiber kennen die Vergangenheit und entscheiden sich gerade deshalb für dasselbe Werkzeug.