Ehre und StärkeBlackmoore
Viz'aduum der Beobachter
Bosse

Viz'aduum der Beobachter

Kil'jaeden sandte Viz'aduum, um Karazhan an zahllose von der Legion beherrschte Welten zu ketten. Der Beobachter verwandelte Medivhs Turm in einen Brückenkopf zwischen Teufelsschiffen und wollte aus einer alten Wunde Azeroths die Tür zu einer unendlichen Armee machen.

Der Weg nach Rückkehr nach Karazhan

Karazhan war nie nur ein Turm. In seinen Hallen lagen Medivhs Erinnerungen, die Magie der Wächter und Risse in Raum und Zeit so dicht beieinander, dass eine Bühne zur Wirklichkeit und ein harmloser Manawyrm zur Katastrophe werden konnte. Als die Brennende Legion zurückkehrte, wollte sie dieses verwundete Gedächtnis nicht zerstören, sondern als Tor zu bereits eroberten Welten benutzen. In Viz'aduum der Beobachter nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Die Legion kannte Karazhans Bedeutung seit Medivh das Dunkle Portal geöffnet hatte. Unter dem Turm verliefen mächtige Leyfäden, während seine oberen Hallen Raum und Zeit bereits wie dünnen Stoff behandelten. Kil'jaeden musste den Ort nicht neu verwunden. Er brauchte nur jemanden, der die vorhandenen Risse vermessen, ausweiten und in ein militärisches Netz verwandeln konnte. Diesen Auftrag erhielt der allsehende Viz'aduum.

Viz'aduum sprach von einem vollkommenen Plan. Karazhan sollte nicht nur ein Tor zu einem einzigen Ziel werden, sondern ein Anker für zahllose Welten, die Sargeras' Armee bereits beherrschte. Jede davon konnte Soldaten, Schiffe und Teufelsenergie liefern. Gelang die Verbindung, wäre Azeroth nicht von einer Front angegriffen worden. Die Invasion hätte aus einem ganzen Geflecht eroberter Himmel gleichzeitig in Medivhs Turm geströmt.

Netherspace liegt direkt hinter der Mauer

Der Kampf begann in einem Raum, über dem Legionsschiffe bereits sichtbar waren. Viz'aduum befahl ihnen Feuerstrahlen und Bombardements, als läge Karazhan nicht mehr im Gebirgspass der Totenwinde, sondern mitten in einer Teufelsflotte. Chaotische Schatten lösten sich von ihren Zielen und trieben als Sprengkörper auseinander. Der Beobachter hatte die Grenze zwischen Gebäude und Nether so weit geöffnet, dass ein Schritt auf Stein zugleich ein Schritt durch den Krieg zwischen Welten war.

Als seine Kraft sank, öffnete Viz'aduum Portale und zog sich auf die Kommandoschiffe zurück. Die Verfolger mussten ihm über schmale Wege im Nether folgen, während Auflösung und Bombardement sie vom Rand stoßen konnten. Der Rückzug war keine Flucht aus der Schlacht. Er führte tiefer in das System, das er errichtet hatte. Wer ihn stellen wollte, musste Karazhan verlassen, ohne den Turm wirklich hinter sich zu lassen.

Auf den Schiffen warteten Seelenernter und Teufelswachen. Die Legion betrieb ihre Wege nicht nur mit Maschinen, sondern mit geraubter Lebenskraft. Jeder Teil von Viz'aduums Infrastruktur erinnerte daran, dass die eroberten Welten hinter den Portalen keine leeren Stützpunkte waren. Ihre Bewohner waren getötet, versklavt oder zu Brennstoff geworden. Die angekündigte unendliche Armee bestand aus den Folgen unzähliger bereits verlorener Geschichten.

Die Spalte darf nicht stabil werden

Am letzten Schiff begann Viz'aduum, die große Spalte dauerhaft zu verankern. Immer mehr Verstärkung drängte hindurch. Jetzt wurde sein Plan zu einem Wettlauf gegen einen einzigen vollendeten Zauber. Solange das Gefüge schwankte, konnte die Verbindung noch brechen. Wäre sie stabil geworden, hätte sein Tod kaum genügt. Karazhan selbst wäre als offene Heerstraße zurückgeblieben, und jeder weitere Legionskommandant hätte den vorbereiteten Weg benutzen können.

Viz'aduum fiel, doch das Netz musste noch zerschnitten werden. Der wirkliche Medivh erschien und half Khadgar, die Verbindungen zu den Legionswelten zu lösen. Damit beantwortete er einen Teil der Schuld, die an seinem Turm haftete. Einst hatte Sargeras durch ihn ein Portal für die Horde geöffnet. Nun schloss Medivh selbst eine viel größere Tür, bevor ein anderer Diener desselben Feindes sie vollenden konnte.

Ein Wächter muss nicht allein stehen

Nach dem Sieg bot Medivh Khadgar nicht einfach seinen alten Rang an. Er erinnerte ihn daran, dass Herz und Mut mehr bedeuteten als die gesammelte Macht eines einzigen Wächters. Viz'aduums Niederlage bestätigte diese Einsicht. Sein makelloser Plan war an Menschen gescheitert, die gemeinsam durch jedes Portal gegangen waren. Karazhan blieb gefährlich, doch es wurde an diesem Tag nicht durch einen allmächtigen Beschützer gerettet, sondern durch viele, die einander über die Schwelle folgten.