Ehre und StärkeBlackmoore
Todeshöriger Hauptmann
Bosse

Todeshöriger Hauptmann

Der Todeshörige Hauptmann fiel bei Arugals Überfall auf Burg Schattenfang. Sein Geist blieb an die Mauern gebunden und setzte die Patrouille nach dem Tod fort. Als Godfreys Untote die Ruine besetzten, war der Hauptmann bereits Teil ihrer alten Gewalt: ein Soldat, dessen Auftrag seinen Namen, seinen Körper und den Herrn überdauerte.

Der Weg nach Burg Schattenfang

Burg Schattenfang war nach Arugals Ende keine leere Ruine geblieben. Geister, Worgen und alte Flüche hielten sich in ihren Mauern, bis Lord Godfrey und seine ebenfalls untoten Verbündeten dort Zuflucht suchten. Die gilnearischen Verräter hatten Genn Graumähne den Verlassenen ausliefern wollen, waren gestorben, wiedererweckt worden und hatten schließlich auch Sylvanas verraten. In der Burg verteidigten sie kein Reich mehr, sondern nur noch ihre Freiheit von jedem Herrn. In Todeshöriger Hauptmann nahm ein eigener Teil dieses Angriffs Gestalt an.

Burg Schattenfang war schon vor Godfreys Ankunft von Gewalt durchdrungen. Arugal hatte Worgen gerufen und die Festung zu seinem verfluchten Sitz gemacht. Der Todeshörige Hauptmann gehörte zu den Männern, die in diesem Kampf fielen. Von seinem persönlichen Namen blieb in der Überlieferung nichts, nur Rang und Bindung an den Tod.

Arugals Angriff beendete das Leben des Hauptmanns, aber nicht seine Bewegung durch die Burg. Vielleicht war es Fluch, Pflicht oder die gesammelte Unruhe des Ortes, die ihn festhielt. In Schattenfang lagen solche Erklärungen eng beieinander. Zu viele Menschen waren dort gestorben, ohne dass ihre Geschichte einen klaren Abschluss erhielt.

Eine Patrouille ohne Zeit

Als Geist ging der Hauptmann weiter über die Mauern. Eine Patrouille soll auf Veränderungen achten, doch seine eigene wiederholte sich endlos. Er prüfte Wege, die längst anderen Herren gehörten, und verteidigte eine Burg, deren ursprüngliche Ordnung niemand mehr zurückbringen konnte.

Die Bezeichnung Todeshöriger Hauptmann machte aus seinem Schicksal eine Funktion. Wer er vor dem Angriff gewesen war, wen er kannte oder weshalb er diente, trat hinter dem sichtbaren Geist zurück. Der Fluch bewahrte genug von ihm, um Befehle auszuführen, aber offenbar nicht genug, um den Sinn dieser Befehle neu zu beurteilen.

Godfrey, Ashbury und Walden fanden in der verlassenen Burg keinen leeren Zufluchtsort. Geister wie der Hauptmann waren bereits da. Die neuen Untoten mussten ihn nicht erschaffen. Sie setzten sich in eine bestehende Landschaft des Todes und nutzten deren alte Schrecken als erste Verteidigung.

Stahl aus einer unsichtbaren Hand

Im Kampf verband der Geist die Erfahrung eines Offiziers mit der Unwirklichkeit seines Zustands. Schläge trafen aus einer Gestalt, die selbst wie Erinnerung wirkte. Der Hauptmann brauchte keine Zukunft zu gewinnen. Es genügte, jeden weiteren Eindringling in dieselbe Vergangenheit der Burg hineinzuziehen.

Seine Niederlage beendete eine Patrouille, die lange keinen lebenden Zweck mehr besessen hatte. Der Hauptmann fiel nicht als großer Verschwörer, sondern als Überrest früherer Gewalt. Gerade deshalb gehörte er zur Geschichte Schattenfangs: In dieser Burg wartete hinter jedem neuen Verrat noch ein älterer Tod, der nie fortgegangen war.