Thorims Sitz über Nordend
Auf dem höchsten Berg der Sturmgipfel und damit über allen anderen Erhebungen Nordends errichteten die Titanen den Tempel der Stürme. Schnee liegt auf seinen offenen Säulen, Blitze zerreißen selbst bei klarem Himmel die Luft, und die Nordlichter ziehen über das Dach. Der Bau diente Thorim, dem Sturmherrn, als Heiligtum und Aussichtspunkt über das Land, dessen Schutz ihm anvertraut worden war.
Thorim gehörte zu den titanischen Hütern, die nach dem Sieg über das Schwarze Imperium auf Azeroth zurückblieben. Er war kein ferner Gott, sondern ein Wächter mit persönlichen Bindungen. Gerade diese Fähigkeit zu Liebe, Trauer und Zorn machte ihn verwundbar, als sein Bruder Loken sich gegen die Ordnung der Hüter wandte.
Sifs Tod und Lokens Lüge
Loken unterhielt heimlich eine Beziehung mit Sif, Thorims Gemahlin. Als sie drohte, die Wahrheit offenzulegen, tötete er sie in Panik. Um seine Tat zu verbergen, gab er den Söhnen Hodirs die Schuld. Thorim glaubte ihm und führte Krieg gegen jene Riesen, die zuvor seine Verbündeten gewesen waren. Als das Ausmaß der Verwüstung sichtbar wurde, zog er sich gebrochen in den Tempel zurück.
Jahrtausende verbrachte der Sturmherr dort in Trauer. Die Hyldnir kämpften weiter in seinem Namen, und die Söhne Hodirs hielten ihn für ihren Feind. Lokens Lüge hatte nicht nur zwei Brüder entzweit. Sie hatte ganze Völker in einen Krieg geführt, dessen eigentliche Ursache nur ein einziger Hüter kannte.
Der Weg nach Ulduar
Während des Feldzugs gegen den Lichkönig gelang es, Thorim aus seiner Erstarrung zu lösen. Er erkannte Lokens Verrat und ritt zum Kampf. Doch auch dies gehörte zu Lokens Plan. Außerhalb des Tempels konnte Thorim überwältigt und nach Ulduar gebracht werden, wo Yogg-Sarons Einfluss seinen Geist brach. Der leere Thron auf dem Gipfel zeigte, dass der alte Hüterkrieg nun offen ausgetragen wurde.
Nach Yogg-Sarons Niederlage kehrte Thorim später in sein Heiligtum zurück. Als die Brüder Bronzebart ihn dort besuchten, fanden sie keinen unberührten Herrscher, sondern einen Hüter, der die Folgen seiner Gutgläubigkeit kannte. Der Tempel blieb sein Sitz, doch er war fortan auch ein Denkmal dafür, wie leicht persönliche Schuld die Ordnung der Titanen erschüttern konnte.