Der Weg nach Turm Utgarde
Im Turm Utgarde lagen die höchsten Hallen des Drachenschinderklans. Hier belohnte der Lichkönig bewährte Diener, hier froren die Vrykul bezwungene Kreaturen als Trophäen ein, und hier herrschte König Ymiron über ein Volk, das er erst in Schlaf und später in die Arme der Geißel geführt hatte. Der Aufstieg durch den Turm war deshalb zugleich ein Weg durch Stolz, Grausamkeit und die lange Schuld eines Königs. In Svala Grabesleid erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Bevor Svala Flügel trug, diente sie als Leutnant Ingvars des Brandschatzers. Sie führte gefährliche Erkundungen in die Stellungen von Horde und Allianz und bewegte sich dort, wo ein offener Vrykulangriff sofort erkannt worden wäre. Ihre Stärke lag nicht nur in der Waffe. Sie wusste, welche Information einen Feldzug verändern konnte und wie man mit ihr lebend nach Utgarde zurückkehrte.
Die entdeckte Invasion
Svala erfuhr von den Plänen, Utgarde anzugreifen. Ihre Warnung gab den Drachenschindern und der Geißel Zeit, die unteren Hallen zu sichern, Verteidiger zu versammeln und den Turm auf die Eindringlinge vorzubereiten. Jeder spätere Widerstand in der Festung trug damit einen Teil ihres Erfolgs in sich, auch wenn ihr Name an den Fronten zunächst unsichtbar blieb.
Im Turm trat Svala vor das Abbild des Lichkönigs. Sie erinnerte ihn an ihren Dienst und bat um die versprochene Erhebung. Arthas nannte ihren Einsatz ein Zeugnis ihres Gehorsams. Die Belohnung war keine Freiheit und kein eigenes Reich. Sie war eine neue Form, in der sie ihm für immer dienen sollte.
Vor den Augen der Eindringlinge wurde die Vrykul zur Val'kyr. Tod und Wiedergeburt lagen in derselben Bewegung, und Svala empfand die Verwandlung als überwältigende Macht. Der Lichkönig gab ihr einen neuen Namen und unmittelbar danach einen Befehl. Sie erhielt kaum Zeit, herauszufinden, wer sie geworden war, bevor ihre neue Existenz bereits durch die erste Tötungsaufgabe definiert wurde.
Das Schwert über dem Altar
Svala hob ein Opfer auf den Altar und ließ drei Ritualwirker dessen Körper festhalten. Über ihm sank ein Schwert herab. Nur der rasche Tod der Kanalisierenden konnte den gefangenen Menschen retten. Der Ritus machte aus ihrer eigenen Erhebung ein Muster: Auch andere Körper sollten dem Lichkönig übergeben werden, nur dass ihnen kein neuer Rang, sondern der endgültige Tod versprochen war.
Svala wollte die Eindringlinge mit Freude im Namen ihres Königs töten. Doch ihre erste Aufgabe als Val'kyr endete mit ihrem Fall. Darin lag die ganze Enge von Arthas' Belohnung. Sie hatte durch Mut und Klugheit eine neue Gestalt verdient, durfte diese Gestalt aber nur als Werkzeug beweisen. Grabesleid erhielt Unsterblichkeit als Versprechen und nicht einmal einen ganzen Kampf lang ein eigenes Morgen.