Gelehrter des Hauses der Seuchen
Marileth ist ein Nekromant und Alchemist aus Maldraxxus. Im Haus der Seuchen erforschte er Gifte, Schleime und Seuchen für die Verteidigung der Schattenlande. Sein Titel bezeichnet einen Entwickler solcher Gemische, nicht einen Herrscher über Krankheiten. Die deutsche Bezeichnung Seuchenfürst wird hier als bekannter Name geführt; seine tatsächliche Stellung blieb die eines herausragenden Forschers.
Seine wichtigste Seelenbindung bestand zu Markgräfin Stradama, der Anführerin des Hauses. Sie vertraute ihm ihre Sorgen an, als das Verschwinden des Primus und die Animadürre die Arbeit des Hauses lähmten. Marileth war nicht bloß ein exzentrischer Laborant. Vor der Katastrophe gehörte er zum engsten Kreis einer der fünf militärischen Mächte Maldraxxus'.
Das Angebot des Hauses der Rituale
Das Haus der Rituale bot dem geschwächten Haus der Seuchen Anima und schickte Korrim den Listigen zur Unterstützung. Stradama und Marileth vermuteten eine Täuschung, konnten das Angebot wegen ihrer Notlage aber kaum ablehnen. Marileth plante vorsorglich einen Trank, der seine Markgräfin im Ernstfall schützen sollte.
Bevor er das Mittel vollenden konnte, wurde das Haus der Seuchen vernichtet. Die Explosion verwüstete seinen Sitz und verwandelte die Umgebung in die Verseuchte Narbe. Marileth überlebte, verlor durch den Schock jedoch den Verstand. Ein Teil seiner Erinnerung blieb an der unvollendeten Aufgabe hängen: Er musste den Trank für Stradama herstellen, als ließe sich die Katastrophe noch rechtzeitig verhindern.
Der vermeintliche Lehrling
Baronin Draka schickte den Schlundgänger auf die Suche nach Überlebenden. Marileth hielt den Fremden sofort für seinen besten Lehrling und setzte die gemeinsame Arbeit scheinbar dort fort, wo seine Erinnerung abgebrochen war. Er ließ Zutaten sammeln, gefährliche Versuche durchführen und einen eigenen Schleimbegleiter erschaffen.
Die Verwechslung wurde nicht geheilt. Dennoch führte sie zu echter Zusammenarbeit. Im Labor nahe der Seuchenwacht vollendeten beide den Schutztrank. Marileths Zuneigung zu Schleimen wirkte oft komisch, entsprang aber auch seinem Verlust: Wesen ohne Muskeln, Nervensystem oder Herz konnten nach seiner Logik weder körperlichen Schmerz noch gebrochene Herzen empfinden.
Ein klarer Augenblick mit Stradama
Stradama war durch die Katastrophe selbst wahnsinnig und in ein gewaltiges Schleimwesen verwandelt worden. Der fertige Trank schenkte ihr und Marileth für kurze Zeit geistige Klarheit. Er erkannte, was aus seiner Markgräfin geworden war. Stradama bat ihren vertrauten Marileth, sich selbst zu vergeben und auszuhalten, obwohl sie verloren sei.
Marileth versprach, für sie weiterzubestehen. Als die Wirkung nachließ, fiel er in seinen verwirrten Zustand zurück. Er bemerkte jedoch, dass sich etwas verändert hatte, und ein Teil der Begegnung schien in ihm fortzuleben. Der Abschied weckte zugleich eine Rune an der Klinge des Primus und half damit, den Sitz des verschwundenen Herrschers zu öffnen.
Seelenband und gemeinsamer Krieg
Marileth zog mit seinen Schleimen Kevin und Seuchi in den Sitz des Primus. Er half bei dessen Verteidigung, arbeitete mit Knochenschmiedin Heirmir und bot Mitgliedern des Nekrolordpakts ein Seelenband an. Eine solche Bindung verbindet Kräfte und Erfahrungen zweier Seelen; sie macht den Schlundgänger nicht tatsächlich zu dem Lehrling aus Marileths Erinnerung.
Er kämpfte bei gemeinsamen Angriffen der Pakte, ritt in der Schlacht um den Ardenwald auf einer Fledermaus und warf Schleim auf Schlundgebundene. Später unterstützte er die Verlassenen bei der Rückeroberung Lordaerons. Er untersuchte eine Seuchenprobe aus Brill und gab ihr eine Gestalt, die sich prompt gegen ihn wandte und vom Seuchenfresser besiegt werden musste.
Forschung nach der Schattenlandkrise
Jahre später kehrte sein vermeintlicher Lehrling im Auftrag Ve'naris nach Maldraxxus zurück. Für das Ökodomprojekt auf K'aresh wurden Nekrorochen gebraucht. Marileth vertrieb Ritualisten, sammelte die Tiere und impfte sie vor dem Transport gegen Seuchen. Ve'nari bestand darauf, dass er selbst zurückblieb, damit seine Experimente keine Plagen in einem empfindlichen Ökosystem verbreiteten.
Marileth blieb also trotz Wahnsinn ein fähiger Forscher, dessen Arbeit Schutz und Katastrophe gleichermaßen hervorbringen konnte. Seine Geschichte reduziert geistige Zerrüttung nicht auf einen Scherz. Hinter der falschen Anrede als Lehrling steht ein Mann, der Haus, Kollegen und engste Vertraute verlor. Dass er weiterarbeitet, erfüllt sein letztes klares Versprechen an Stradama, auch wenn er sich kaum vollständig daran erinnert.