Der Weg nach Untere Schwarzfelsspitze
Die Untere Schwarzfelsspitze war die ausgedehnte Kaserne der Dunklen Horde. In der alten Dunkeleisenfestung lebten Schwarzfelsorcs neben den Felsspitzogern und den Gluthauertrollen, während Spinnenbrut und Worgzucht ganze Gänge beherrschten. Rend Schwarzfaust nannte diese Streitmacht die wahre Horde, doch über ihren Lagern standen General Drakkisath, Oberanführer Wyrmthalak und schließlich Nefarian. So führte jeder Weg durch die unteren Hallen zugleich durch ein Bündnis, dessen einzelne Völker an die Machtpläne eines schwarzen Drachen gebunden waren. In Schattenjägerin Vosh'gajin erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Die Gluthauertrolle waren nach dem Zweiten Krieg bei der Dunklen Horde geblieben und hatten sich in Tazz'Alor eingerichtet. Vosh'gajin gehörte zu ihren wichtigsten Anführerinnen. Sie verband die religiös und magisch geprägte Kunst einer Schattenjägerin mit der unmittelbaren Autorität über Kämpfer, die in einer fremden Festung ihre eigene Gemeinschaft bewahrten.
Schönheit, über die nur mit Furcht gesprochen wurde
Unter den Trollen war Vosh'gajin für ihre Schönheit ebenso bekannt wie für ihre unberechenbare Grausamkeit. Beides wurde nicht als Gegensatz erzählt. Wer sich von ihrem Äußeren täuschen ließ, begegnete einer Meisterin von Verhexung, Fluch und Heilung. Sie konnte einen Körper bewahren oder einen Willen in die hilflose Gestalt eines Frosches zwingen.
Einst war Vosh'gajin mit dem Trollschmied Kilram verbunden, der später in Winterquell lebte. Von dieser Beziehung blieb eine Narbe in seinem Gesicht. Sie hatte ihm die Verletzung zugefügt und als Liebkosung bezeichnet. Die kleine überlieferte Szene erklärt keine vollständige Liebesgeschichte, zeigt aber, wie Nähe bei Vosh'gajin in Gewalt umschlagen konnte, ohne dass sie selbst darin einen Widerspruch sah.
Der Schlangenstein der Schattenjägerin
Mit Vosh'gajin wurde ein Schlangenstein verbunden, den ein Meisterschmied für die Fertigung besonderer Waffen verlangte. So reichte ihr Einfluss über Tazz'Alor hinaus bis zu Handwerkern, die ihre magische Beute suchten. Ihre Niederlage bedeutete daher nicht nur das Ende einer Anführerin. Sie öffnete anderen den Zugriff auf eine Macht, die zuvor Teil ihrer Schattenjägerkunst gewesen war.
Im Kampf schwächte sie Gegner mit einem Blutfluch und verwandelte jene, die ihr zu nahe kamen. Gleichzeitig beherrschte sie heilende Magie. Diese Verbindung erzählt die Schattenjägerkunst besser als eine Liste einzelner Zauber: Vosh'gajin entschied, wessen Körper gestärkt, wessen Kraft geöffnet und wessen Handlungsmacht für einige Augenblicke ausgelöscht wurde.
Der Fall einer Gluthauerführerin
Als Horde und Allianz die untere Spitze angriffen, fiel Vosh'gajin mit vielen Angehörigen ihres Stammes. Die Gluthauer verschwanden dadurch nicht aus der Geschichte, doch Tazz'Alor verlor eine seiner prägendsten Stimmen. Ihre Narbe blieb bei Kilram, ihr Name bei den Überlebenden und ihre Niederlage als Teil jenes Feldzugs, der die Dunkle Horde Raum für Raum ihrer Anführer beraubte.