Der Weg nach Schwarzfelstiefen
Die Schwarzfelstiefen bilden das Herz der Schattenseite, jener gewaltigen Stadt, die der Dunkeleisenklan tief im Schwarzfels errichtete. Nach der Beschwörung Ragnaros' lebten die Zwerge zwischen eigener Krone und dem Zwang des Feuerfürsten. Gefängnisse, Arena, Manufaktur, Schenke, Gruft und imperialer Sitz lagen nicht wie getrennte Verliese nebeneinander, sondern wie Organe eines Reiches: Jeder Raum hielt die Herrschaft Dagrans am Leben und zeigte zugleich, welchen Preis sein Volk für Macht, Stolz und die Hoffnung auf Freiheit bezahlte. In Pyromant Weisenkorn erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Weisenkorn gehörte früher dem Irdenen Ring an. Dort stehen Schamanen nicht über den Elementen, sondern suchen Gleichgewicht und bitten um Zusammenarbeit. Seine früheren Gefährten kannten ihn als respektiertes Mitglied. Gerade deshalb blieb sein späterer Weg so verstörend: Er hatte die Sprache der Elemente gelernt, bevor er sich einer Bewegung anschloss, die ihre Kräfte für Untergang und Umformung missbrauchte.
Der Schritt zum Schattenhammer
Warum Weisenkorn den Irdenen Ring verließ und dem Schattenhammer folgte, ist nicht überliefert. Vielleicht lockte Wissen, vielleicht Macht, vielleicht eine Überzeugung, die sich erst langsam verdrehte. Keine Quelle gibt das Recht, eine dieser Möglichkeiten zur Wahrheit zu erklären. Sicher ist nur, dass seine ehemaligen Verbündeten den Wechsel als Verrat an dem Gleichgewicht verstanden, das sie gemeinsam schützen wollten.
In den Tiefen fand man Weisenkorn kniend vor dem Monument des großen Architekten Franclorn Schmiedevater. Der tote Baumeister hatte die Schattenseite geprägt und bewachte noch als Geist das Geheimnis des Schattenschmiedeschlüssels. Was ein Tauren-Kultist an diesem Denkmal suchte, blieb unklar. Die Haltung wirkte wie Verehrung, Untersuchung oder Vorbereitung; der Zweck seiner Besessenheit wurde nie ausgesprochen.
Wer sich näherte, erhielt keine Erklärung. Weisenkorn stellte sengende Totems auf, hüllte sich gegen Feuer und schleuderte geschmolzene Gewalt. Damit benutzte er die schamanische Form des Totems weiter, aber nicht mehr für Austausch oder Schutz eines natürlichen Kreislaufs. Das Werkzeug seiner alten Berufung stand nun im Dienst eines Kultes, der Zerstörung als Offenbarung betrachtete.
Ein Geheimnis bleibt am Sockel zurück
Weisenkorns Fall erlaubte den Weg zum Monument und damit zur Geschichte um Franclorns Hammer Eisenhöll. Er selbst nahm den Grund seines Interesses mit in den Tod. Dieser offene Faden ist kein Mangel, der erfunden geschlossen werden muss. Er erinnert daran, dass der Schattenhammer Menschen nicht nur durch sichtbare Befehle gewann. Manche trugen ihre Gründe so tief in sich, dass selbst ehemalige Freunde nur noch den Bruch erkennen konnten.