Der Weg nach Die Nekrotische Schneise
Über dem Tempel des Mutes brach der Himmel auf, als die fliegende Nekropole Zolramus aus Maldraxxus nach Bastion vorstieß. Die Angreifer kamen nicht nur, um ein Heiligtum zu erobern. Sie sammelten die Körper gefallener Kyrianer, verwandelten sie in Material für neue Konstrukte und wollten den Mut selbst unter einer Ernte aus Knochen, Eis und Seuchen begraben. Xandria führte die Verteidiger durch jene Schneise, die der Angriff in Bastions scheinbar unberührte Ordnung gerissen hatte. In Nalthor der Eisbinder nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Nalthor stand an der Spitze der fliegenden Nekropole, während seine Untergebenen die Schneise unter ihm mit Toten füllten. Pestknochen öffnete den Weg, Amarth erntete die Gefallenen und Fleischnaht setzte die Beute neu zusammen. Der Lich verband diese Grausamkeiten zu einem Feldzug. Sein Ziel war nicht ein einzelner Sieg, sondern ein zweiter Angriff auf den nächsten Tempel, sobald Zolramus genügend Körper gesammelt hatte.
Eis über Bastions goldenem Land
Bastion war von Licht, offenem Himmel und sanften Farben geprägt. Nalthor wollte diese Landschaft mit gefrorener Magie überziehen und damit sichtbar machen, dass selbst ein Reich der aufsteigenden Seelen erstarren konnte. Frost passte zu seiner Herrschaft. Er hielt Bewegung an, trennte Menschen voneinander und machte aus einem Augenblick der Schwäche eine dauerhafte Schicht, unter der Mut und Wärme verschwinden sollten.
Wie viele Liche behandelte Nalthor seinen Körper nicht als einzige Grenze seines Daseins. Anweisungen zu seinem Phylakterium zeigten, wie sorgfältig eine Rückkehr vorbereitet werden konnte. Diese Vorsorge machte seinen Angriff besonders gefährlich. Ein gewöhnlicher Befehlshaber musste seine Armee und sein Leben schützen; Nalthor konnte beides opfern, solange ein verborgener Anker versprach, dass sein Wille später erneut eine Gestalt finden würde.
Die Spitze der Nekropole wird zum Gefängnis
Als Xandrias Gruppe Zolramus erreichte, verwandelte Nalthor die Plattform in einen Käfig aus Eis. Kometen schlugen ein, gefrorene Fesseln hielten einzelne Kämpfer fest, und eisige Splitter sprangen von einem Körper zum nächsten. Der freie Himmel ringsum bot keinen Ausweg. Gerade auf dem höchsten Punkt der Nekropole sollten die Angreifer erleben, wie wenig Raum ein einziger Lich ihnen lassen konnte.
Nalthor riss Gegner von ihren Gefährten fort und verbannte sie auf eine niedrigere Ebene. Dort warteten gefrorene Diener, während oben der Kampf ohne sie weiterging. Die Prüfung bestand nicht allein darin, den Weg zurückzufinden. Jeder Verbannte musste einer einsamen Kälte widerstehen, die ihm einreden wollte, er sei bereits vergessen worden. Erst die Rückkehr zur Gruppe brach jene Trennung, auf der Nalthors Kontrolle beruhte.
Xandria hatte Amarth bereits mit dem Speer des Mutes getroffen und führte den Gegenangriff bis auf die Nekropole. Nun stand sie demjenigen gegenüber, der den ganzen Überfall gelenkt hatte. Gemeinsam mit den Schlundgängern durchbrach sie Eis, Verbannung und die letzten Verteidiger. Nalthors Fall kappte die Befehlsgewalt über Zolramus und verhinderte, dass die gesammelten Leichen gegen einen weiteren Tempel geführt wurden.
Die Schneise bleibt als Warnung zurück
Mit Nalthors Niederlage endete der unmittelbare Angriff, doch Bastions Wunden verschwanden nicht. Die Kyrianer hatten erfahren, dass ihre Nachbarn aus Maldraxxus gegen sie marschierten und ihre Körper raubten. Später zeigte sich, wie tief Verrat und die Pläne des Kerkermeisters in die Schattenlande reichten. Nalthor blieb dabei der kalte Stratege eines ersten Schocks: jener Augenblick, in dem ein Himmel, der ewig sicher gewirkt hatte, plötzlich eine feindliche Festung trug.