Der Weg nach Die Nekrotische Schneise
Über dem Tempel des Mutes brach der Himmel auf, als die fliegende Nekropole Zolramus aus Maldraxxus nach Bastion vorstieß. Die Angreifer kamen nicht nur, um ein Heiligtum zu erobern. Sie sammelten die Körper gefallener Kyrianer, verwandelten sie in Material für neue Konstrukte und wollten den Mut selbst unter einer Ernte aus Knochen, Eis und Seuchen begraben. Xandria führte die Verteidiger durch jene Schneise, die der Angriff in Bastions scheinbar unberührte Ordnung gerissen hatte. In Amarth nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Amarth führte die Nekromanten von Zolramus nicht aus sicherer Entfernung. Auf Knochenfang, einer untoten geflügelten Monstrosität, kreiste er über den Gefallenen und bestimmte, welche Leiber geborgen wurden. Unter seinem Blick war ein Schlachtfeld kein Ort der Trauer. Es war ein Lager aus Knochen, Sehnen und noch brauchbaren Händen, aus dem die nächste Angriffswelle zusammengesetzt werden konnte.
Eine Schule des Todes ohne Ehrfurcht
Maldraxxus kannte Nekromantie als Teil seiner militärischen Ordnung, doch Amarths Freude an der Ernte verriet mehr als nüchterne Kriegskunst. Er genoss die Macht, Tote gegen jene zu wenden, die um sie trauerten. Die Körper der Kyrianer sollten nicht nur Zolramus verstärken. Ihr Anblick sollte den Überlebenden sagen, dass Mut keinen Schutz vor Entweihung bot und jeder Verlust unmittelbar die Reihen des Feindes füllte.
Sein Reittier war selbst ein Zeugnis dieser Lehre. Knochenfang verband die Überreste mehrerer Kreaturen zu einer fliegenden Waffe und hob Amarth über das Gewühl, bis der Kampf begann. Der Nekromant erschien dadurch als Herr über eine Welt, in der selbst der Himmel aus Leichenteilen gebaut werden konnte. Als Xandria angriff, musste er den Sattel verlassen und sich zwischen den Körpern behaupten, die er zuvor nur von oben gezählt hatte.
Die Gefallenen stehen wieder auf
Amarth rief Knochenkrieger, Magier und Armbrustschützen aus dem Boden. Jede Gestalt brachte eine andere Erinnerung an den Angriff mit: den Nahkampf, den Zauber aus der Ferne, den Bolzen aus einer übersehenen Richtung. Solange diese Toten standen, wuchs aus dem Schlachtfeld eine zweite Schlacht. Die Verteidiger mussten die Erhobenen rasch brechen, bevor ihr Beschwörer die gesamte verstreute Schar in einer einzigen Ernte zusammenfasste.
Mit seiner letzten Ernte zerriss Amarth die noch wandelnden Diener und schleuderte ihre verbleibende Kraft gegen die Lebenden. Hatten seine Gegner einen Toten übersehen, wurde dessen Körper zur Bombe. War das Feld bereits geräumt, griff der Zauber ins Leere. So kehrte sich sein Grundsatz gegen ihn: Nur weil er jeden Leichnam als Vorrat betrachtete, konnte ihm eine sorgfältige Befreiung der Toten die Grundlage seiner größten Macht nehmen.
Der Speer des Mutes durchbricht den Kreis
Xandria kämpfte nicht nur um Boden, sondern um die Seelen und Körper ihrer Gefährten. Ihr Speer des Mutes traf Amarth und riss den Anführer der Nekromanten aus seiner vermeintlichen Herrschaft über das Feld. Gemeinsam mit den Schlundgängern beendete sie die Ernte. Der Augenblick verband Bastions Tugend mit einer sehr irdischen Pflicht: Mut bedeutete hier, zu den Gefallenen zurückzukehren, obwohl der Feind sie bereits in Waffen verwandelt hatte.
Nach Amarths Tod lagen noch immer unzählige Körper in der Schneise, und die Nekropole schwebte weiter über dem Tempel. Doch ihr Nachschub war nicht länger gesichert. Der Mann, der aus jedem Verlust Verstärkung gemacht hatte, war selbst zu einem reglosen Körper geworden. Hinter ihm warteten Fleischnahts Werkstätten, in denen deutlich wurde, wohin die geernteten Leiber gebracht worden waren und wie weit der Angriff bereits über gewöhnliche Totenbeschwörung hinausging.