Der Jäger der Blutfratzen
Muro'jin erhielt eine Aufgabe, von der das gesamte Ritualwerk in den Maisarakavernen abhing. Er sollte Opfer beschaffen. Die Bleichborken waren für ihn keine Nachbarn und keine Angehörigen eines anderen Stammes mehr, sondern Spuren im Wald, die gelesen, verfolgt und schließlich in Fesseln zu Vordaza gebracht wurden.
Nekraxx begleitete ihn aus der Luft. Der Adler war bereits gestorben und durch dunkle Magie zurückgeholt worden. Die Wiederbelebung hatte aus einem freien Jäger ein Werkzeug gemacht, dessen scharfe Augen und Sturzflug nun der Gefangennahme anderer dienten. Zwischen Muro'jin und dem Tier bestand eine Bindung, die selbst den Tod nicht als Ende akzeptierte.
Muro'jin legte Frostfallen, trieb seine Beute mit einem Pfeilhagel zusammen und wechselte mit dem Speer die Stellung. Nekraxx schoss durch dieselben Räume, schleuderte faulige Federn und zwang jeden Flüchtenden zurück in die Reichweite ihres Meisters. Fiel der Adler, versuchte Muro'jin ihn erneut zu beleben; fiel der Troll, verwandelte Nekraxx den Verlust in rasende Wut.
Der Anfang einer Seelenmaschine
Die beiden waren nicht das Zentrum der Nekromantie, aber ihr notwendiger Anfang. Ohne Entführer gab es keine Gefangenen, ohne Gefangene keine geraubten Seelen und ohne diese Seelen keine Macht für Rak'tul. Ihre Jagd verband die Oberfläche Zul'Amans mit den verborgenen Kammern, in denen Vordaza das Leid weiterverarbeitete.
Mit Muro'jin und Nekraxx brach diese Verbindung. Weitere Bleichborken konnten den Fallen entgehen, und Vordazas Rituale verloren ihre stetige Quelle neuer Opfer. Der Sieg befreite nicht jene Seelen, die bereits in der Tiefe gefangen waren, doch er verhinderte, dass die Reihe der Verschleppten ohne Ende fortgesetzt wurde.