Ein Körper als Behälter
Rak'tul war kein Wesen, das aus eigener Kraft zu dieser Größe wuchs. Vordaza machte ihn zu einem Gefäß. Sie stopfte die Essenzen Ermordeter in seinen untoten Körper, band nekrotische Energie an Fleisch und Knochen und ließ ihn anschwellen, bis jeder Schritt das Gewicht vieler gestohlener Leben trug.
Die Seelen in ihm ruhten nicht. Ihre Angst, Wut und Verzweiflung blieben lebendig, ohne einen eigenen Mund zu besitzen. Rak'tul hörte dieses Leiden unaufhörlich. Zugleich berauschte ihn die Macht, die daraus entstand. Der Terrortroll wurde von den Stimmen gequält und von derselben Qual stark genug gemacht, um seine Pein weiterzutragen.
Rak'tul zerschmetterte den Boden, errichtete Totems der Seelenbindung und riss den Geist seiner Gegner zeitweise aus dem Körper. Sein Brüllen schleuderte sie in eine ruhelose Masse, in der die Grenze zwischen Lebenden und Gefangenen zu zerfallen drohte. Wer zurückkehrte, brachte einen Hauch jenes Verfalls mit, der in ihm herrschte.
Eine Bedrohung für ganz Zul'Aman
Vordaza wollte Rak'tul als Waffe der Blutfratzen nutzen. Doch ein Wesen, das von zahllosen fremden Qualen in den Wahnsinn getrieben wurde, konnte niemals ein verlässlicher Diener bleiben. Seine Fäuste hätten nicht zwischen Feind, Herrin und dem Land unterschieden, das unter ihnen zerbrach. Die Kavernen hielten daher keine Armee zurück, sondern eine kommende Katastrophe.
Mit Rak'tuls Fall endete die größte Verdichtung von Vordazas Nekromantie. Die Seelen, die seinen Leib gefüllt hatten, verloren ihr Gefängnis. Kein Sieg konnte ihnen das geraubte Leben zurückgeben, doch ihr Leid musste nicht länger als Kraftquelle für weitere Gewalt dienen. In der Stille der Kavernen blieb die Erinnerung an das, was aus ihnen gemacht worden war.