Malacrass' gelehrigste Schülerin
Vordaza lernte bei Hexlord Malacrass, dass eine Seele nicht nur Erinnerung oder Ahnenband sein konnte, sondern Rohstoff. Als seine bevorzugte Schülerin übernahm sie nicht bloß einzelne Zauber. Sie erbte eine Haltung, in der fremdes Leben nach der Macht bemessen wurde, die sich aus seinem Ende gewinnen ließ.
Die Maisarakavernen waren ein heiliger Ort unter Zul'Aman. Vordaza verwandelte ihre Tiefe in eine Werkstatt der Nekromantie. Gefangene Bleichborken wurden getötet, ihre Seelen aus dem natürlichen Kreislauf gerissen und das darin bewahrte Leid verdichtet. Wo Ahnen hätten sprechen können, blieb nur Energie für ein Monster.
Im Kampf riss Vordaza Phantome aus dem Jenseits und zwang sie, ihre Gegner zu verfolgen. Sie verhüllte sich in Todesschatten, entzog Lebenskraft und sammelte die umherirrende Energie zu einer nekrotischen Konvergenz. Jeder Geist war für sie zugleich Schild, Diener und Brennstoff.
Rak'tuls Schöpferin und Gefangene
Ihre größte Arbeit war Rak'tul. Vordaza füllte den untoten Terrortroll mit so vielen gequälten Essenzen, dass sein Körper zu einem Gefäß des kollektiven Schmerzes anschwoll. Sie band ihn an ihren Willen und glaubte, die entstandene Macht beherrschen zu können. Doch je stärker er wurde, desto näher rückte der Augenblick, in dem ganz Zul'Aman unter seinem Wahnsinn leiden würde.
Vordazas Tod beendete die bewusste Leitung der Rituale. Die geraubten Seelen waren damit noch nicht alle frei, und Rak'tul blieb als schreckliches Ergebnis zurück. Doch die Hand, die weiteres Leid in Macht übersetzen konnte, war fort. Zum ersten Mal führte der Weg nicht tiefer in ihre Planung, sondern zu deren letzter, unkontrollierbarer Folge.