Der Hochkönig unter dem Berg
Modimus Anvilmar herrschte über die Zwerge, als Eisenschmiede noch die gemeinsame Heimat der drei großen Clans war. Bronzebärte, Wildhämmer und Dunkeleisenzwerge unterschieden sich bereits in Lebensweise, Magie und politischem Anspruch, doch Modimus hielt sie in einer Ordnung zusammen. Er galt als gerechter und diplomatischer König. Seine Nähe zu den Bronzebärten weckte allerdings den Verdacht, dass Gleichgewicht und persönliche Freundschaft nicht immer dasselbe waren.
Unter seiner Herrschaft erlebte Eisenschmiede Stabilität. Die Hallen wuchsen, Handwerk und Handel blühten, und der gemeinsame Berg schien stark genug, um innere Unterschiede zu tragen. Diese Ruhe hing jedoch stärker an Modimus' Person, als viele erkannten. Es gab keine Nachfolge, die alle Clans ohne Streit akzeptieren würden.
Ein Reich ohne anerkannten Erben
Als Modimus starb, beanspruchten Madoran Bronzebart, Khardros Wildhammer und Zaubererthane Thaurissan die Führung. Jeder konnte Herkunft, Leistung und die Interessen seines Clans anführen. Keiner besaß genügend Zustimmung, um die anderen zum freiwilligen Verzicht zu bewegen. Das Reich, das Modimus zusammengehalten hatte, zerbrach in den Krieg der Drei Hämmer.
Die Kämpfe vertrieben Wildhämmer und Dunkeleisenzwerge aus Eisenschmiede. Später führte der Rachekrieg der Dunkeleisenzwerge zur Beschwörung Ragnaros' und zur Verwüstung des Schwarzfelsgebiets. Modimus hatte diese Katastrophen nicht verursacht, doch sein Tod legte offen, dass seine Friedensordnung keine dauerhafte Form gefunden hatte.
Der Hammer des Hochkönigs
Mit Modimus wurde ein zeremonieller Hammer verbunden, dessen Teile später in den Insignien verschiedener Zwergenlinien erkannt wurden. Ob jede Überlieferung dazu wörtlich stimmt, ist weniger wichtig als die politische Bedeutung: Jeder Clan bewahrte ein Stück der Erinnerung an eine Zeit, in der die Zwerge gemeinsam regiert worden waren.
Spätere Generationen suchten in solchen Relikten Beweise für den eigenen Vorrang. Ein Gegenstand, der Einheit verkörpert hatte, konnte so zum Werkzeug neuer Ansprüche werden. Erst Dagran Thaurissan II. deutete ein verwandtes Erbe nicht als Besitz eines Clans, sondern als gemeinsame Mahnung.
Anvilmar nach Anvilmar
Der Name Anvilmar blieb in Dun Morogh erhalten. Das Dorf Anvilmar wurde nach dem Hochkönig benannt und bewahrte seine Erinnerung im Alltag neuer Zwergengenerationen. In Eisenschmiede wurde Modimus zu einem Symbol jener Ordnung, die vor dem Bürgerkrieg bestanden hatte. Dabei konnte leicht vergessen werden, wie abhängig diese Ordnung von einem einzelnen Vermittler gewesen war.
Seine Nachkommen und Namensverwandten trugen den Anspruch weiter, doch keiner stellte die alte Einheit einfach wieder her. Bronzebärte und Wildhämmer bauten getrennte Reiche auf, die Dunkeleisenzwerge gerieten unter Ragnaros' Herrschaft. Aus einem Volk wurden drei politische Geschichten.
Die späte Antwort des Rates
Erst der Rat der Drei Hämmer fand eine dauerhaftere Antwort auf die Krise, die nach Modimus' Tod begonnen hatte. Statt einen neuen Hochkönig über alle Clans zu setzen, teilten Muradin, Falstad und Moira die Verantwortung. Der Rat war unvollkommen und von Misstrauen geprägt, doch er machte die Einheit weniger abhängig von der Persönlichkeit eines einzigen Herrschers.
Modimus bleibt damit eine Schlüsselfigur, obwohl nur wenige Einzelheiten seines Lebens überliefert sind. Seine Regierung beweist, dass Zusammenleben möglich war; sein Tod beweist, wie zerbrechlich es blieb. Die späteren Zwergenreiche konnten ihre Zukunft erst gestalten, als sie verstanden, dass Erinnerung an einen guten König keine geregelte Nachfolge und keinen politischen Ausgleich ersetzt.