Eine ältere Heimat der Niffen
Im Südosten Azj-Kahets liegt Mmarl in einem Netz aus Grotten, Pilzwäldern und Wegen, die bis zur Stadt der Fäden führen. Die Niffen lebten hier lange bevor Loamm in der Zaralekhöhle zum bekanntesten ihrer Dörfer wurde. Ihre Kultur entstand in der Dunkelheit nicht aus Abgeschiedenheit allein. Mit ihrem feinen Geruchssinn fanden die Niffen sichere Pfade, verborgene Vorräte und Dinge, die andere Völker achtlos übersahen. Mmarl wurde dadurch zu einer Siedlung, in der Sammeln, Tauschen und das Erzählen über gefundene Schätze den Alltag bestimmten.
Die Nähe zu den Nerubern unterschied Mmarl von vielen kleineren Niffen-Gemeinschaften. Händler zogen zwischen dem Dorf und der Stadt der Fäden. Waren, Nachrichten und Gerüche wechselten die Besitzer. Die Niffen erhielten Zugang zu einer großen Hauptstadt, während die Neruber von Ortskenntnis und Funden aus den Tiefen profitierten. Dieses Verhältnis war nie völlig gleich, doch es bewies, dass beide Völker nicht nur als Feinde nebeneinander existierten.
Ansureks Krieg erreicht das Dorf
Unter Königin Neferess hatte der Handel lange Bestand. Mit Ansureks Aufstieg änderte sich die Lage. Die neue Königin rüstete Azj-Kahet für Krieg und verlangte von den Gemeinschaften ihres Reiches immer größere Opfer. Niffen sollten für Rak-Ush arbeiten, jene Anlagen, in denen Gefangene und Neruber gewaltsam verändert wurden. Für die Bewohner Mmarls war dies keine gewöhnliche Abgabe. Wer Menschen an Rak-Ush überließ, half bei einer Ordnung, die Körper und Willen zum Material königlicher Pläne machte.
Mmarl verweigerte sich. Die Siedlung verbot Nerubern zeitweise den Zutritt und schloss Wege, die zuvor dem Handel gedient hatten. Damit verloren die Bewohner Schutz und Einnahmen, bewahrten aber eine Grenze, die Ansureks Herrschaft nicht überschreiten durfte. Das Misstrauen richtete sich bald gegen alle Neruber, obwohl nicht jeder von ihnen die Königin unterstützte. Erst später wurden Kontakte vorsichtig wieder aufgenommen, unter anderem zu Forschern, die als Arachnologen Wissen suchten und keine Zwangsrekrutierung betrieben.
Goblins, Weihrauch und fliegende Räuber
In die entstandene Unsicherheit stieß eine Gruppe der Venture Company unter Jenni Boombuckle. Goblins gruben sich in der Umgebung ein und veränderten dabei mehr, als sie verstanden. Die Niffen hielten fliegende Räuber mit einem besonderen Weihrauch fern. Als die Goblins diesen Schutz ersetzten oder störten, kehrten die Tiere zurück. Plötzlich war nicht nur der Handel bedroht. Bewohner und Vorräte wurden aus der Luft angegriffen, und ein altes Wissen, das den Ort geschützt hatte, war durch hastige Geschäftemacherei verdrängt worden.
Gazlowe half, die Krise zu lösen. Sein Auftreten zeigte, dass Goblins nicht zwangsläufig wie Gallywix oder die Venture Company handeln mussten. Er verstand Technik und Handel, nahm aber die Folgen einer Entscheidung ernst. Gemeinsam mit den Niffen wurde der Schutz der Siedlung wiederhergestellt. Für Mmarl war dies keine vollständige Versöhnung mit allen Fremden. Es war der Beweis, dass Vertrauen an Verhalten gebunden werden konnte und nicht allein an die Herkunft eines Volkes.
Zwischen Grollgrotte und Gasthaus
Orte wie die Grollgrotte und das Gasthaus Rock Bottom zeigen die verschiedenen Seiten Mmarls. In den Grotten sammeln sich Streit, Erinnerungen und Gefahren; im Gasthaus treffen Reisende, Händler und Bewohner aufeinander. Selbst während des Krieges blieb das Dorf kein bloßer Außenposten. Es war eine bewohnte Heimat mit eigenen Gewohnheiten, kleinen Rivalitäten und dem Wunsch, nicht auf seine Nützlichkeit für größere Mächte reduziert zu werden.
Neben Nerubern und Goblins bedrohten auch Kobyss die Niffen. Diese räuberischen Wesen verschleppten Bewohner und machten die Höhlenwege unsicher. Mmarl musste deshalb gleichzeitig Handel treiben, Grenzen verteidigen und zwischen möglichen Verbündeten unterscheiden. Seine Geschichte macht Azj-Kahet größer als den Konflikt um Ansureks Thron. Unterhalb der Hauptstadt lebten Gemeinschaften, deren Entscheidungen nicht aus großen Prophezeiungen entstanden, sondern aus der Frage, wer am nächsten Morgen noch nach Hause zurückkehren würde. Mmarl überdauerte, weil seine Bewohner ihre Offenheit nie mit Wehrlosigkeit verwechselten.