Ehre und StärkeBlackmoore
Margaux
Charakter

Margaux

Margaux leitete die Zwielichtweingärten von Suramar, in denen der lebenswichtige Arkanwein hergestellt wurde. Sie unterstützte heimlich Thalyssras Widerstand, wurde von Aufseher Durant öffentlich hingerichtet und gab durch ihren Tod den Anstoß zu einer Vergeltungsaktion gegen Elisandes Kontrolle über die Versorgung der Stadt.

Die Verwalterin der Zwielichtweingärten

Margaux war eine Nachtgeborene und leitete die Zwielichtweingärten in Suramar. Diese Anlage war kein gewöhnlicher Weinberg. Dort entstand Arkanwein, der die Energie des Nachtbrunnens enthielt. Die Nachtgeborenen waren nach Jahrtausenden unter der magischen Kuppel körperlich von dieser Energie abhängig. Ohne regelmäßige Versorgung drohten Entzug, geistiger Verfall und schließlich die Verwandlung in Verdorrte.

Als Verwalterin überwachte Margaux Anbau, Verarbeitung und tägliche Arbeit. Sie sprach mit Gästen freundlich über die Qualität der Weine und betrachtete die Pflege des Weinbergs als Ehre. Zugleich trug sie Verantwortung für eine Ressource, von der das Überleben der Stadt abhing. Wer den Arkanwein kontrollierte, besaß deshalb nicht nur wirtschaftliche, sondern unmittelbare politische Macht.

Elisandes Bündnis verändert den Weinberg

Mit der dritten Invasion der Brennenden Legion verbündete sich Großmagistrix Elisande mit den Dämonen. In Suramar entstand Widerstand unter der verbannten Ersten Arkanistin Thalyssra. Die Regierung verschärfte daraufhin die Bewachung wichtiger Einrichtungen. Bewaffnete Patrouillen kontrollierten die Zwielichtweingärten, und Aufseher Durant erhielt weitreichende Befugnisse über Sicherheit und Produktion.

Durant stand damit sogar über Margaux, obwohl sie den Betrieb führte. Aus einem Ort landwirtschaftlicher und arkaner Arbeit wurde ein militärisch überwachter Teil der Versorgungskette. Die Herrschaft Elisandes beruhte darauf, dass Arkanwein nur jene erreichte, die als loyal galten. Für Margaux wurde die tägliche Arbeit dadurch untrennbar von der Frage, ob sie dieses System weiter stützen wollte.

Hilfe für die Nachtgefallenen

Margaux begann, mit dem Widerstand zu sympathisieren. Sie traf einen Agenten Thalyssras, berichtete über den Zustand des Weinbergs und tauschte Informationen über die Lage in der Stadt aus. Außerdem half sie, Manawyrme zu beschaffen. Diese Unterstützung wirkte klein im Vergleich zu einem offenen Aufstand, war in der streng überwachten Anlage aber ein erhebliches Risiko.

Ihre Entscheidung zeigt, dass die Rebellion nicht nur außerhalb der Stadt organisiert wurde. Sie lebte von Menschen innerhalb des Systems, die Zugänge öffneten, Lieferwege kannten und Informationen weitergaben. Margaux besaß weder Thalyssras Magie noch Vanthirs Netzwerk. Sie konnte jedoch an einer Stelle helfen, an der Elisandes Macht besonders empfindlich war: bei der Herstellung jener Energie, mit der die Bevölkerung abhängig gehalten wurde.

Durants Urteil

Aufseher Durant entdeckte Margaux' Verbindung zum Widerstand. Er erschien mit einer Gruppe Nachtgeborener, beschuldigte sie des Verrats an der Großmagistrix und sprach unmittelbar das Urteil. Margaux versuchte noch zu erklären, sie habe getan, was sie für richtig hielt. Durant ließ sie den Satz nicht beenden. Seine Magier töteten sie an Ort und Stelle.

Es gab keine Untersuchung und keine Möglichkeit zur Verteidigung. Die öffentliche Hinrichtung sollte zeigen, dass selbst eine angesehene Verwalterin keinen Schutz besaß, sobald sie Elisandes Befehle infrage stellte. Margaux' Tod machte zugleich sichtbar, dass die Regierung nicht mehr nur gegen bewaffnete Nachtgefallene vorging. Sie vernichtete Mitglieder der eigenen Stadt, die Versorgung und Gewissen nicht länger voneinander trennen wollten.

Der Widerstand antwortet

Vanthir und seine Verbündeten beschlossen, Margaux zu rächen. Der Informant Arluin verlangte zunächst Bezahlung in uraltem Mana, Arkanwein und Schutz für seine Schmuggelware. Danach verriet er Durants Aufenthaltsort und nannte Helfer, die den Angriff unterstützen konnten. Der Aufseher wurde schließlich getötet.

Diese Vergeltung brachte Margaux nicht zurück und befreite den Weinberg nicht sofort. Sie zeigte jedoch den Bewohnern Suramars, dass die Rebellion den Mord an ihren Unterstützern nicht hinnahm. Durants Tod war außerdem Teil einer wachsenden Reihe von Schlägen gegen Elisandes Überwachungsapparat. Die Hinrichtung sollte Angst erzeugen; die Antwort des Widerstands machte daraus einen Grund, sich weiter zu organisieren.

Eine kurze Geschichte mit großer Bedeutung

Margaux tritt nur während eines begrenzten Abschnitts der Suramar-Geschichte auf. Gerade diese Kürze macht ihre Rolle wichtig. Die große Erzählung über Nachtbrunnen, Legion und Nachtfestung wird durch sie auf den Alltag heruntergebrochen. Arkanwein entsteht nicht von selbst. Menschen pflegen Reben, überwachen Geräte und verteilen das Ergebnis. Elisandes Herrschaft griff unmittelbar in diese Arbeit ein.

Margaux wurde keine berühmte Anführerin, weil Durant ihr dafür keine Zeit ließ. Sie entschied sich dennoch, Informationen weiterzugeben, obwohl sie wusste, wie streng der Weinberg bewacht wurde. Ihr unvollendeter letzter Satz fasst ihre Handlung zusammen: Sie tat, was sie für richtig hielt. Der Aufstand in Suramar bestand auch aus solchen Entscheidungen einzelner Bewohner, deren Namen leicht hinter den späteren Siegen verschwinden.