Ehre und StärkeBlackmoore
Manifestierte Zeitwege
Bosse

Manifestierte Zeitwege

Die Manifestierten Zeitwege waren der uralte, wachsame Wille der Zeitsande selbst. Nachdem sie den Einbruch der Ewigen nicht verhindert hatten, hielten sie auch Nozdormus Rettungsversuch für eine neue Störung. Zwischen beschleunigten und verfallenden Sekunden verteidigte die Hüterin ihre Ordnung gegen jene, die sie eigentlich bewahren wollten.

Der Weg nach Dämmerung des Ewigen

In der Dämmerung des Ewigen brach der Ewige Drachenschwarm in die Vergangenheit ein, um Nozdormus gefürchtete Verwandlung in Murozond zu erzwingen. Chromie und die Gefährten folgten den Eindringlingen durch verletzte Zeitwege. Hinter deren offenem Angriff verfolgte Iridikron jedoch einen zweiten Plan: An Galakronds Leiche wollte er eine verderbte Macht gewinnen, die weit über den Kampf der Drachenschwärme hinausreichte. In Manifestierte Zeitwege nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Die Manifestierten Zeitwege waren weder gewöhnlicher Drache noch von den Ewigen eingesetzte Soldatin. In ihnen verdichteten sich die Sande der Zeit zu einem uralten Wesen, das stets beobachtete und auf Gefahr wartete. Ihre Aufgabe kannte keine Freundschaft und keine Fraktion. Sie sollte die Zeitwege vor jedem schützen, der ihre Strömung gewaltsam veränderte.

Das erste Versagen

Als der Ewige Drachenschwarm in die Vergangenheit brach, konnte die Hüterin ihn nicht aufhalten. Dieser Fehlschlag blieb nicht als bloße Erinnerung zurück. Er bestimmte ihre nächste Entscheidung. Als nach den Angreifern weitere Gestalten erschienen, sah sie nicht Chromies Rettungsversuch, sondern eine zweite Gruppe von Eindringlingen und weigerte sich, noch einmal jemanden passieren zu lassen.

Nozdormu war der Aspekt der Zeit, doch selbst seine Autorität genügte der Manifestation nicht. Durch sein Eingreifen sammelten sich die Zeitwege um die Hüterin, und sie erklärte, auch der Aspekt dürfe ihre Ordnung nicht stören. Chromie versuchte noch zu erklären, dass sie den Schaden beheben wollten. Doch eine Wächterin, die nach ihrem ersten Versagen nur noch Regeln sah, konnte Absicht nicht mehr von Wirkung unterscheiden.

Um die Manifestation lagen Felder beschleunigter und verfallender Zeit. In der einen Hälfte liefen Bewegungen und schädliche Wirkungen schneller ab, in der anderen dehnten sich dieselben Sekunden. Die Gefährten standen damit gleichzeitig in unterschiedlichen Rhythmen. Sicherheit hing nicht nur davon ab, welchem Zauber man auswich, sondern in welcher Zeitgeschwindigkeit man ihm begegnete.

Die langsamere Welle

Die Hüterin ließ einzelne Gefährten zeitlich verblassen. Wurde die Wirkung entfernt, breitete sich eine bronzene Welle aus. In beschleunigter Zeit raste sie gefährlich durch die Gruppe; im verfallenden Feld kroch sie so langsam, dass alle einen Weg an ihr vorbei fanden. Heilung allein löste das Problem nicht. Sie musste den richtigen Augenblick und den richtigen Teil des Raumes wählen.

Weitere Zeitsplitter strömten vom Wesen fort. Auch ihre Geschwindigkeit änderte sich, sobald sie die verfallende Zeit berührten. Ein Hindernis, das eben noch unentrinnbar wirkte, konnte dort lesbar werden. Die Gefährten lernten, nicht jede Bedrohung unmittelbar zu bekämpfen. Manchmal genügte es, ihre Beziehung zur Zeit zu verändern.

Die Manifestierten Zeitwege kannten Vergangenheit und Zukunft, scheiterten jedoch an der Gegenwart. Sie konnten erkennen, dass jemand in ihre Strömung eingriff, aber nicht, warum dies geschah. So verteidigten sie die beschädigte Ordnung gegen ihre möglichen Retter. Ihre Unparteilichkeit war ehrwürdig, doch ohne Urteil verwandelte sie sich in ein Hindernis für genau den Zweck, den sie erfüllen sollte.

Der Weg in Galakronds Schatten

Nach dem Sieg öffnete sich der Pfad weiter zurück. Chromie und die Gefährten folgten den Spuren der Ewigen bis an Galakronds Sturz, jenen Ort im späteren Drachenöde, an dem der größte Proto-Drache seiner Zeit gefallen war. Dort zeigte sich, dass nicht alle Eindringlinge Murozond dienten. Iridikron hatte die Zeitreise benutzt, um etwas aus der Leiche des alten Ungeheuers zu bergen.

Die Manifestation wurde bezwungen, aber nicht als böse Macht entlarvt. Ihre Niederlage erzählte von der Grenze einer Ordnung, die nur Abweichungen zählt. Die Zeitwege blieben schützenswert, doch ihre Bewahrung brauchte Wesen wie Chromie, die zwischen Schaden und Heilung unterscheiden konnten. Ohne dieses lebendige Urteil würde jede Korrektur wie der nächste Angriff erscheinen.