Der Weg nach Das Azurblaue Gewölbe
Sindragosa hatte das Azurblaue Gewölbe als Ort des Wissens, der Forschung und der Verwahrung angelegt. Nach seiner Versiegelung vergingen Jahrtausende, in denen Pflanzen weiterwuchsen, Wächter auf vergebliche Rückkehr warteten und ein kranker Drache ohne Heilung schlief. Als die Splitterflammen nach Geheimnissen über die Herkunft der Dracthyr suchten, brach in den alten Hallen alles zugleich aus Stasis und Einsamkeit hervor. In Leymor nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Malygos fand einst einen kleinen Setzling in einem Teich aus Leyenergie. Das Gewächs war unscheinbar, trug aber bereits die Kraft jener arkanen Ströme in sich, die tief durch Azeroth liefen. Er brachte es in Sindragosas Garten, wo Beobachtung und Pflege aus einer Entdeckung vielleicht neues Wissen über das Verhältnis von Natur und Magie schaffen sollten.
Sindragosas Garten
Im Azurblauen Gewölbe war ein Garten nicht bloß Schmuck zwischen Archiven. Er war ein lebendes Versuchsfeld. Leymor wuchs dort unter den Augen eines Schwarms, der Magie nicht nur benutzte, sondern verstehen wollte. Solange Pfleger die Wurzeln schnitten und die Leyenergie maßen, blieb der Spross Teil einer geordneten Umgebung. Dann wurde das Gewölbe versiegelt.
Die blauen Drachen kehrten nicht zurück. Während Bücher und Artefakte still in ihren Kammern lagen, wuchs Leymor weiter. Jahrtausende verwandelten den kleinen Spross in einen Riesen, der keinen freien Raum mehr als Grenze erkannte. Er wurde nicht durch einen plötzlichen Fluch zum Problem. Sein Wachstum war natürlich für ein Wesen, das nie wieder gepflegt, beschnitten oder an einen anderen Ort gebracht wurde.
Das Ende der Stasis
Als Eindringlinge die alten Rituale störten, erwachte Leymor. Der Garten, der ihn einst aufgenommen hatte, war nun zu klein für seinen Leib und seine Wurzeln. Er sah keine vertrauten Pfleger, nur Menschen, die sich durch das Gewölbe bewegten. Seine Antwort war kein wohlüberlegter Angriff. Sie war das Ausbreiten eines Lebens, das nach zu langer Starre jeden verfügbaren Raum beanspruchte.
Leymor ließ überall neue Triebe aus dem Boden brechen. Ihre Wurzeln stachen mit arkanem Saft, und jeder überlebende Sprössling gab seinem nächsten verzehrenden Stampfen zusätzliche Kraft. Die Gefährten mussten das junge Wachstum zerstören, bevor der Riese es wieder in sich aufnahm. Jeder kleine Halm war bereits Teil eines Kreislaufs, der das ganze Gewölbe überwuchern konnte.
Die eigene Magie als Gartenschere
Explosive Zeichen und aufbrechende Spalten konnten die Sprösslinge vernichten, wenn sie richtig platziert wurden. Leymors Kraft schnitt damit sein eigenes Wachstum zurück. Aus zerstörten Trieben entstanden jedoch unbeständige Setzlinge, die in arkanem Saft platzten. Selbst erfolgreiche Pflege blieb gefährlich. Nach Jahrtausenden ließ sich der Garten nicht mit einem einzigen sauberen Schnitt ordnen.
Leymor hatte weder das Gewölbe versiegelt noch die Drachen vertrieben. Er war zurückgelassen worden und hatte getan, was ein leygesättigtes Gewächs tat: wachsen. Dass daraus eine Bedrohung entstand, war die Folge verlassener Verantwortung. Die Gefährten mussten ihn dennoch töten, weil eine Erklärung keine Wurzel aufhielt, die bereits durch Mauern und Kammern brach.
Der Garten wird wieder still
Nach Leymors Fall lag der Weg tiefer in das Gewölbe offen. Seine Samen und Sprösslinge erinnerten daran, dass Stillstand in einem versiegelten Ort eine Täuschung war. Nicht alles hatte geschlafen. Azurklinge hatte sogar bewusst weitergewacht und ihre Pflicht so lange erfüllt, bis aus Treue Besitzanspruch und aus Warten Wahnsinn geworden waren.