Der Weg nach Obere Schwarzfelsspitze
Die Obere Schwarzfelsspitze war schon vor dem Eisernen Marsch ein Ort, an dem Orcarmeen, Drachenbrut und fremde Herrschaft ineinandergriffen. Nach Nefarians Fall blieben Hallen, Runen und Eier zurück. Jahre später besetzten Kriegsfürstin Zaela und die Vorhut der Eisernen Horde die Festung erneut. Sie machten aus der Ruine ein Sprungbrett für eine zweite Invasion Azeroths und bewaffneten alte Gefahren mit neuem Wissen. In Kyrak nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Nefarian behandelte Leben als Rohstoff für seine Versuche. In seinen Laboren wurden Drachenschwärme vermischt, Körper verändert und Diener geschaffen, deren Schmerz nur als Zwischenschritt zu einer neuen Waffe galt. Kyrak überlebte diese Zeit als Drachenmensch. Dass er noch lebte, bedeutete nicht, dass er unversehrt geblieben war. Sein Körper und sein Wissen trugen die Spuren eines Reiches, das längst gestürzt war.
Die Brutstätte bleibt zurück
Nach Nefarians Niederlage verschwanden nicht alle Folgen seiner Herrschaft. In der Oberen Schwarzfelsspitze blieben wenige Eier des schwarzen Drachenschwarms zurück. Für andere mochten sie Überreste einer besiegten Gefahr sein. Für Kyrak waren sie kostbares Material und vielleicht die letzte Verbindung zu einer Macht, in deren Schatten sein eigenes Leben geformt worden war.
Die Abgesandten der Eisernen Horde erkannten, dass Kyrak nützlicher lebend war. Sie verschonten ihn und versprachen Schutz, während er Methoden entwickeln sollte, die Eier zu bewahren und zu kräftigen. Kyrak nahm den Handel an. Beide Seiten wussten, dass Vertrauen keine Rolle spielte. Die Horde wollte Drachenmacht; der Alchemist erhielt Zeit, Mittel und eine Festung, in der seine Arbeit fortbestehen konnte.
Seren, Gifte und Monstrositäten
Kyrak verließ sich nicht auf rohe Drachenkraft. Fläschchen und alchemistische Mischungen heilten ihn, schwächten Gegner oder ließen Gift aus deren Haut brechen. Zwei drakonische Monstrositäten bewachten ihn und zeigten, wie wenig Abstand zwischen Bewahrung und neuer Veränderung lag. Er schützte die Brut nicht wie ein fürsorglicher Hüter, sondern wie ein Forscher, der jedes Leben nach seinem Nutzen ordnete.
Obwohl der schwarze Drache tot war, setzte Kyrak dessen Grundgedanken fort: Leben durfte zerlegt, gemischt und verbessert werden, wenn das Ergebnis Macht versprach. Die Eiserne Horde musste ihn dazu nicht zwingen. Sie bot nur einen neuen Auftraggeber für eine bereits erlernte Haltung. So überlebte Nefarians Einfluss nicht in einem Thron, sondern in den Händen eines ehemaligen Versuchswesens.
Das Labor verstummt erneut
Mit Kyraks Tod endete die unmittelbare Arbeit an den verbliebenen Eiern. Damit wurde verhindert, dass Zaelas Streitmacht eine neue Generation gestärkter schwarzer Drachen für ihren Feldzug erhielt. Seine Niederlage war zugleich ein spätes Ende der Labore Nefarians. Nicht jedes Opfer eines Tyrannen wird zum Gegner seiner Methoden; manche tragen sie weiter, weil sie die einzige Ordnung sind, in der das eigene Überleben je möglich schien.