Der Weg nach Tempel von Atal'Hakkar
Der Tempel von Atal'Hakkar sank in den Sümpfen des Elends, doch das Wasser begrub weder den Glauben der Atal'ai noch ihren Plan. In den versunkenen Hallen bewahrten untote Priester, Geister und Wächter die Rituale für Hakkars Rückkehr. Yseras grüner Drachenschwarm sollte das Heiligtum überwachen, geriet aber selbst in den Einfluss des Smaragdgrünen Alptraums. So wurde der Tempel zu einem Ort, an dem zwei Formen der Verderbnis einander nicht aufhoben, sondern gegenseitig tiefer in die Welt zogen. In Jammal'an der Prophet erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Jammal'an stand an der Spitze jener Priester, die nach dem Bürgerkrieg des Gurubashireiches in die Sümpfe verbannt worden waren. Der Tempel war zerstört und versunken, doch ihr Glaube hatte den Untergang überlebt. Als Prophet gab er diesem Überleben Richtung. Er versprach nicht nur Rache oder die Wiederherstellung eines Heiligtums. Hakkar selbst sollte zurückkehren und seinen treuesten Dienern Unsterblichkeit gewähren.
Die Vision in der Meditation
In tiefer Meditation empfing Jammal'an Anweisungen für ein neues Ritual. Das Blut der grünen Drachen, die Ysera gegen den Tempel entsandt hatte, sollte Hakkars Avatar nähren. Ob die Vision wirklich eine göttliche Offenbarung oder gezielte Manipulation war, konnte niemand im Kult gefahrlos fragen. Für Jammal'an genügte ihre Nützlichkeit: Der Feind brachte das Material seiner eigenen Niederlage bereits mit.
Ein Atal'ai warnte, die Prophezeiung könne eine Täuschung sein. Statt Gehör erhielt er Verbannung und verlor sein Volk. Später verlangte er Jammal'ans Kopf, nicht nur aus Rache, sondern in der Hoffnung, die Atal'ai von einem Führer zu befreien, der sie in die sichere Vernichtung führte. Der Zweifelnde hatte keinen Tempel mehr; der Prophet besaß einen ganzen Kult. Gerade dieses Ungleichgewicht machte die falsche Gewissheit so mächtig.
Sechs Tote halten den Schild
Schlitzer, Hukku, Loro, Mijan, Zolo und Zul'Lor bewachten die oberen Bereiche. Solange sie standen, schützte eine Barriere Jammal'ans Kammer. Erst wenn alle sechs fielen, brach der Schild. Die Anordnung machte seine Herrschaft sichtbar. Der Prophet war nicht allein durch persönliche Macht geschützt, sondern durch die fortgesetzte Pflicht seiner Toten. Ihre Zerstörung war der Preis, überhaupt mit ihm sprechen oder kämpfen zu können.
Im Kampf rief Jammal'an Gegner auf, sich anzuschließen, und verwandelte einen von ihnen in einen rasenden Troll, der die eigenen Freunde angriff. Feuer, heilende Wellen und festhaltende Totems gaben seinem Glauben eine körperliche Sprache. Er wollte keine bloße Zustimmung. Sein Zauber machte Zugehörigkeit zum Verlust des eigenen Willens, genau wie seine Prophezeiung das ganze Volk auf einen einzigen Weg zwang.
Die Unsterblichkeit, die nie kam
Jammal'an fiel mit dem Ruf, Hakkar werde wieder leben. Die Atal'ai wurden nicht unsterblich. Selbst als Hakkar später in Zul'Gurub erschien, erfüllte er das Versprechen nicht; sein Hunger richtete sich gegen die Loa und gegen jene, die ihn gerufen hatten. Der Prophet hatte sein Volk nicht gerettet, sondern dessen Hoffnung in Nahrung für einen Gott verwandelt. Seine Tragödie liegt nicht darin, dass er zu wenig glaubte, sondern dass er jeden Zweifel verbannte, bis Glaube und Untergang dasselbe Wort bedeuteten.