Der Weg nach Scharlachrotes Kloster
Das Scharlachrote Kloster war einst ein stiller Ort des Lichts. Nach Lordaerons Fall wurde es zur Festung eines Kreuzzugs, der aus berechtigtem Entsetzen über die Geißel einen fanatischen Reinheitswahn formte. Bibliothek, Waffenkammer, Friedhof und Kathedrale erzählten verschiedene Teile desselben Niedergangs: Wissen diente der Abschottung, Glaube dem Urteil, und selbst die eigenen Toten fanden zwischen den Gräbern keine Ruhe. In Hochinquisitor Schönufer erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Schönufer gehörte zu den Rittern der Silbernen Hand und war der engste Berater Alexandros Mograines. In Süderstade berichtete er vom Zerfall Lordaerons und half Doan, Isillien und den anderen, den dunklen Kristall zu reinigen. Später begleitete er Alexandros nach Eisenschmiede, wo Magni aus diesem Kern die Aschenbringer schmiedete.
Zeuge des Vatermords
Renault lockte seinen Vater und Schönufer unter dem Vorwand von Darions Entführung in einen Hinterhalt bei Stratholme. Schönufer fiel früh unter die Leiber der Untoten, überlebte aber verborgen. So hörte und sah er, wie Renault die gefallene Aschenbringer aufhob und Alexandros von hinten durchbohrte. Die Waffe wurde verdorben, der Vater ermordet und Schönufer zum gefährlichsten lebenden Zeugen.
Er kehrte zurück und berichtete von Renaults Verrat sowie von dem Dämon Balnazzar im Körper Saidan Dathrohans. Manche glaubten ihm und trennten sich vom Kreuzzug; aus diesem Bruch wuchs die Argentumdämmerung. Die verbliebenen Scharlachroten erklärten seine Aussage zur Gotteslästerung. Sie richteten Schönufer hin und warfen seinen Leib in eine geheime Kammer der Kathedrale.
Der Tote hinter der Wand
Schönufer erhob sich untot und blieb hinter einem verborgenen Zugang nahe dem Altar. Dort lag die Wahrheit buchstäblich eingemauert, während Renault und Sally über Reinheit predigten. Später gelangte sein letztes Zeugnis in das Libram der alten Könige. Sein Körper konnte beseitigt werden, seine Aussage nicht. Der versteckte Inquisitor wurde damit zum Gegenbild seines Ordens: verflucht in der Gestalt, aber klarer in der Wahrheit als die Lebenden vor der Wand.