Ehre und StärkeBlackmoore
Flynn Fairwind
Charakter

Flynn Fairwind

Flynn Fairwind ist ein ehemaliger Pirat aus Kul Tiras, der Gefahr mit Witz und Improvisation begegnet. Hinter seinem großspurigen Charme liegen Armut, der Verlust seiner Mutter und eine Loyalität, die sich erst im Handeln zeigt.

Der Sohn einer heimlichen Diebin

Flynn Fairwind wuchs mit der Behauptung auf, seine Mutter Lyra sei eine Schankmaid. Als er entdeckte, dass sie in Wahrheit stahl, fühlte er sich zunächst belogen. Später verstand er, dass sie Freiheit und Leben riskiert hatte, um ihn zu versorgen. Als sie gefasst und gehängt wurde, zwang Flynn sich, der Hinrichtung beizuwohnen. Der Junge lernte früh, dass Liebe nicht immer ehrbar aussieht und das Gesetz nicht jeden Menschen schützt, den es bestraft.

Nach ihrem Tod nutzten Straßenbanden ihn aus. Er lenkte Wachen ab, leerte Taschen und lernte, eine drohende Lage mit einem Lächeln in eine Gelegenheit zu verwandeln. Aus Not wurde Fertigkeit, aus Fertigkeit eine Rolle. Der spätere Charmeur Flynn entstand nicht aus sorgloser Kindheit. Seine Leichtigkeit war eine Kunst, mit der er Scham und Angst für den nächsten Augenblick auf Abstand hielt.

Kapitän zwischen Freiheit und Grausamkeit

Flynn brachte es bis zum Kapitän einer Piratenmannschaft. Harlan Sweete diente als sein Erster Maat, doch dessen Brutalität ließ sich nicht mehr als raues Leben auf See entschuldigen. Nach einem besonders hässlichen Auftrag zerbrachen die beiden miteinander. Flynn verschwand aus Freihafen, während Harlan die grausamsten Mitglieder sammelte und die Eisenfluträuber formte.

Damit verließ Flynn nicht jede Gesetzlosigkeit, aber eine Grenze war sichtbar geworden. Er wollte frei sein, ohne Grausamkeit zur Eintrittsgebühr dieser Freiheit zu machen. Seine Vergangenheit folgte ihm in Schulden, zweifelhaften Bekanntschaften und einem Ruf, der Türen ebenso oft schloss wie öffnete. Doch gerade diese Kontakte machten ihn später wertvoll. Flynn wusste, welche Taverne eine Lüge verkaufte, welcher Schmuggler einen zweiten Ausgang kannte und wann ein großspuriger Auftritt mehr bewirkte als ein sauberer Befehl.

Absichtlich in Tol Dagor

Als die Allianz in Kul Tiras Fuß fassen wollte, saß Flynn in Tol Dagor, dem Gefängnis des Hauses Aschenwind. Der Eindruck völligen Scheiterns täuschte zumindest teilweise: Cyrus Kronsteig hatte ihn angeheuert, um sich festnehmen zu lassen und einen ebenfalls eingesperrten Abgesandten herauszubringen. Flynn verwandelte die Zelle in den Anfang eines Ausbruchs, und Taelia Fordragon wartete mit dem Boot.

Danach half er, die Verbindung zwischen Haus Aschenwind und den Piratenangriffen aufzudecken. Pläne gingen schief, Verkleidungen hielten nicht immer, und Flynn musste mehr als einmal aus einer Lage gerettet werden, die er selbst mitverursacht hatte. Trotzdem blieb er, wenn Verschwinden einfacher gewesen wäre. Sein Heldentum besteht selten in makelloser Vorbereitung. Es liegt in der Fähigkeit, nach dem eigenen Fehler noch einen Weg zu finden, auf dem auch die anderen lebend herauskommen.

Der Spion und der Seeräuber

Auf Zandalar arbeitete Flynn mit Mathias Shaw zusammen, um das Abyssische Szepter aus der Schatzkammer zu stehlen. Der Leiter von SI:7 liebte Kontrolle, genaue Informationen und unauffällige Ausführung. Flynn brachte Spott, Improvisation und die Neigung mit, mitten im Plan einen neuen Plan zu erfinden. Ihre Reibung machte den Auftrag nicht leichter, aber jeder erkannte im anderen Fähigkeiten, die ihm selbst fehlten.

Später überredete Flynn Shaw mit einer gewonnenen Schatzkarte zu einem Abenteuer im Dämmerwald. Aus der ungleichen Zusammenarbeit wuchs Nähe und schließlich Liebe. Flynn, der Taelia einst mit überschwänglicher Schwärmerei betrachtet hatte, fand in dem zurückhaltenden Spion keinen Menschen, den er durch Charme erobern musste. Ihre Beziehung lebt davon, dass Shaw hinter die Darbietung schaut und Flynn den ernsten Mann daran erinnert, dass ein Leben nicht nur aus Pflichten bestehen kann.

Ein ehrlicher Freund mit schlechtem Gleichgewicht

Flynn führte Expeditionen, kommandierte Schiffe und schloss sich SI:7 an, ohne seine Fehler abzulegen. Alkohol, Prahlerei und spontane Entscheidungen bringen ihn weiterhin in Schwierigkeiten. Ein guter Text über ihn darf diese Seiten nicht als bloße liebenswerte Dekoration behandeln. Sein Witz hilft ihm, aber er kann auch ausweichen, wenn eine Wahrheit zu nahe kommt. Freunde müssen ihn gelegentlich retten, weil Loyalität keine Einbahnstraße ist.

Ebenso falsch wäre es, ihn auf den unzuverlässigen Spaßmacher zu reduzieren. Flynn kennt Armut, Hinrichtung, Ausbeutung und den Moment, in dem Freiheit zur Grausamkeit wird. Er entscheidet sich immer wieder, nicht Harlan zu werden. Wenn Gefahr kommt, trägt er Angst nicht mit finsterem Schweigen, sondern mit einem schiefen Lächeln. Unter dem Lächeln bleibt die Wahl ernst: Er könnte fliehen, wie er einst aus Freihafen verschwand, und bleibt nun häufiger, bis auch der letzte Freund an Bord ist.