Die Wächter im Kun-Lai-Gipfel
Hoch im Kun-Lai-Gipfel lag das Kloster der Shado-Pan. Der Orden bestand seit den Tagen der Befreiung vom Mogu-Reich. Seine Mitglieder wachten über jene Gefahren, die viele Pandaren nur aus Geschichten kannten: die zyklischen Angriffe der Mantid, versiegelte Sha und die Rückkehr alter Tyrannen.
Im Kloster wurden Körper und Geist geschult. Disziplin sollte den Shado-Pan helfen, Angst, Hass und Gewalt zu erkennen, bevor diese Gefühle die Kontrolle übernahmen. Das war keine rein philosophische Übung. Wer gegen die Sha kämpfte, brachte seine eigenen Schwächen mit auf das Schlachtfeld.
Gu Wolkenschlag und der äußere Hof
Als die Verderbnis das Kloster erreichte, stand Gu Wolkenschlag im äußeren Bereich. Der Meister des Himmels verband seine Kampfkunst mit Blitz und Wind und kämpfte an der Seite einer azurblauen Wolkenschlange. Seine Fähigkeiten waren eigentlich zum Schutz des Ordens bestimmt.
Unter dem Einfluss des Sha wurden Training und Wachsamkeit zu Misstrauen gegen jeden Eindringling. Gu war nicht plötzlich unwissend geworden. Gerade sein Können machte ihn gefährlich, als sein Urteil nicht mehr zwischen Helfern und Feinden unterscheiden konnte.
Meister Schneewehe und die Prüfung
Meister Schneewehe leitete einen Teil der Ausbildung und prüfte jene, die tiefer in das Kloster vordringen wollten. Seine Schüler traten in geordneten Wellen an, und der Meister beobachtete nicht nur Kraft, sondern Haltung. Selbst in der Krise blieb ein Rest der alten Klosterordnung erkennbar.
Diese Begegnung unterschied sich von offener Verderbnis. Schneewehe war nicht einfach ein Diener des Sha, sondern ein Torwächter, der sicherstellen wollte, dass nur würdige Kämpfer weitergingen. Damit bewahrte das Kloster einen Teil seiner ursprünglichen Funktion, obwohl um ihn herum bereits Gewalt die Kontrolle gewann.
Das Sha der Gewalt
Im Inneren war das Sha der Gewalt aus seiner Gefangenschaft entkommen. Es nährte sich an der Bereitschaft, jedes Problem durch körperliche Überlegenheit zu lösen. Für einen Kriegerorden war diese Macht besonders gefährlich. Die Shado-Pan mussten Gewalt beherrschen, um Pandaria zu schützen, durften aber nicht anfangen, in ihr eine Antwort auf alles zu sehen.
Das Sha machte aus dieser schmalen Grenze einen Abgrund. Seine Gegenwart füllte die Hallen mit Aggression und trieb selbst erfahrene Kämpfer dazu, ihre Disziplin als Recht auf Angriff zu missverstehen.
Taran Zhus Befreiung
Schließlich wurde auch Lord Taran Zhu, der Anführer der Shado-Pan, vom Sha erfasst. Er hatte die Fremden früh vor den Folgen ihres Krieges gewarnt und trug große Verantwortung für Pandarias Sicherheit. Als Zorn und Gewalt ihn überwältigten, richtete sich diese Verantwortung gegen jene, die ihm helfen wollten.
Taran Zhu wurde nicht getötet, sondern aus der Besessenheit befreit. Damit blieb dem Orden sein Anführer erhalten, doch die Erfahrung veränderte ihn. Das Kloster zeigte, dass niemand allein durch Rang oder Ausbildung unverwundbar war. Die Shado-Pan mussten Pandaria weiter schützen und zugleich anerkennen, dass auch sie Schutz brauchten.