Der Weg nach Shado-Pan-Kloster
Hoch in den Kun-Lai-Gipfeln bildete der Shado-Pan-Orden jene Kämpfer aus, die Pandaria seit Generationen gegen Mantiden und Sha verteidigten. Gerade ihre Abgeschiedenheit und strenge Selbstbeherrschung machten den Fall des Klosters so schmerzhaft. Als die Gewalt des Krieges die gefangenen Sha nährte, wurden Lehrer, Schüler und jahrzehntelang geübte Disziplin zu Werkzeugen der Mächte, die der Orden hatte bewachen sollen. In Gu Wolkenschlag nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Vor dem Fall des Klosters war Gu Wolkenschlag mit der Ausbildung der begabtesten Zauberer des Shado-Pan betraut. Seine Aufgabe verlangte mehr als große Kraft. Die Schüler sollten lernen, wann Magie eingesetzt werden durfte, wie sie in einer Gruppe wirkte und weshalb Selbstbeherrschung für einen Verteidiger Pandarias wichtiger sein konnte als ein besonders eindrucksvoller Angriff.
Freundlichkeit hinter großer Macht
Gu galt als freundlich und zurückhaltend. Diese Eigenschaften widersprachen seiner Stärke nicht; sie machten sie verantwortbar. Wer Wolken und Blitze führen kann, muss nicht jedes Gespräch mit Donner beenden. Seine Schüler kannten einen Lehrer, der Fähigkeiten prüfte, Fehler korrigierte und die eigene Macht nicht brauchte, um jeden Raum zu beherrschen, den er betrat.
Mit der Flucht der Sha aus ihren Fesseln geriet auch Gu unter ihren Einfluss. Die Verderbnis erfand keine neue Begabung, sondern nahm seiner vorhandenen Macht die Grenzen. Plötzlich entfesselte der zurückhaltende Pandaren seine Kräfte nur zu gern. Was früher bewusst gezügelt worden war, erschien nun als Wahrheit seines Wesens, und jeder Einwand seiner Schüler konnte als Schwäche oder Verrat abgetan werden.
Gu gewann Kontrolle über eine mystische Azurschlange. Das Wesen schwebte über dem Hof und trug die Gewalt des Sturms in sich. Zwischen beiden bestand kein ruhiger Bund. Die Schlange wurde in seinen Zorn gezogen und machte die Luft über den Schülern zu einem zweiten Schlachtfeld. Blitz und Körper, Lehrer und Begleiter griffen so ineinander, dass kein Gegner nur eine einzelne Gefahr beobachten konnte.
Schüler unter Wolkenschlags Angriff
Jene, die einst vor Gu gestanden hatten, um zu lernen, waren seinen Angriffen nun hilflos ausgesetzt. Der Unterrichtsort wurde zur Falle. Jeder bekannte Bewegungsablauf und jede vertraute Stimme trugen noch die Erinnerung an frühere Lektionen, während dieselben Hände tödliche Blitze schleuderten. Das Sha beschädigte damit nicht nur Körper. Es vergiftete die Vergangenheit der Schüler und machte aus Vertrauen eine Quelle neuen Schreckens.
Im Kampf verband Gu sich enger mit der Azurschlange und zog ihre Energie in sich. Der Himmel verdunkelte sich, Blitze sprangen über den Hof und seine Zurückhaltung verschwand vollständig. Doch entfesselte Macht ist nicht dasselbe wie vollkommene Macht. Je heftiger Gu den Sturm zwang, desto sichtbarer wurde auch seine Abhängigkeit von einer Verderbnis, die keine Zukunft für Lehrer oder Schüler kannte.
Der erste Hof wird still
Mit Gus Niederlage endete der Angriff auf seine Schüler, nicht aber die Besetzung des Klosters. Weiter innen warteten Prüfungen, in denen Misstrauen und Gewalt andere Formen angenommen hatten. Der Fall des Lehrers blieb eine Warnung für den Shado-Pan: Disziplin ist kein einmal errungener Besitz. Sie muss gerade dann neu gewählt werden, wenn große Macht plötzlich behauptet, jede Grenze sei nur Feigheit.