Zwei Drachen des Zwielichts
Valiona und Theralion gehörten zum Zwielichtdrachenschwarm, den Sinestra und Todesschwinge aus gestohlenen Eiern, Netherdrachenenergie und grausamen Experimenten hervorgebracht hatten. Dieser Schwarm sollte die alten Drachenschwärme übertreffen. Seine Mitglieder konnten Energie aus dem Zwielichtreich ziehen und zwischen Ebenen wechseln.
Die beiden bewachten gemeinsam die inneren Bereiche der Bastion des Zwielichts. Anders als Halfus waren sie keine Aufseher über fremde Drachen. Sie waren selbst das Ergebnis jenes Programms, in dem der schwarze Drachenschwarm Leben nach den Bedürfnissen des Krieges umformte.
Die Bastion als Kinderstube des Weltendes
Cho'galls Festung war Tempel, Labor und militärischer Stützpunkt zugleich. Der Schattenhammer predigte dort die Stunde des Zwielichts, während Diener Todesschwinges mit Drachenblut und Eiern arbeiteten. Valiona und Theralion verbanden beide Teile der Anlage: Sie waren lebende Waffen und zugleich Beweisstücke für die religiöse Verheißung des Kultes.
Für die Anhänger des Schattenhammers verkörperten Zwielichtdrachen eine Zukunft, in der die alte titanische Ordnung ausgelöscht wäre. Für die übrigen Drachenschwärme waren sie dagegen ein Angriff auf Abstammung und freien Willen. Ihre Existenz zeigte, dass Todesschwinge nicht mehr nur seine eigenen Kinder beherrschte, sondern einen ganzen neuen Schwarm herstellen wollte.
Zwischen zwei Wirklichkeiten
Valiona und Theralion kämpften als Paar, doch nicht ständig am selben Ort. Während einer den Boden beherrschte, griff der andere aus der Luft an. Zugleich öffneten ihre Kräfte den Übergang ins Zwielichtreich. Wer in diese Ebene geriet, sah eine verborgene Seite derselben Halle, erfüllt von gefährlicher Energie.
Diese Bewegung war kein einfacher Trick. Sie machte sichtbar, dass das Zwielicht in Azeroth nicht nur eine Tageszeit oder ein Name des Kultes war. Es bezeichnete eine reale Sphäre, die sich über die gewöhnliche Welt legen konnte. Die beiden Drachen machten diese Grenze durchlässig.
Werkzeuge mit eigenem Willen
Valiona und Theralion sprachen, entschieden und stimmten ihre Angriffe aufeinander ab. Sie waren keine leeren Konstrukte. Gerade darin lag die Grausamkeit ihrer Herkunft. Todesschwinges Experimente schufen empfindende Wesen, deren Leben von Anfang an auf Gehorsam und Krieg ausgerichtet war.
Ihre Bindung aneinander gab ihnen eine Stärke, die viele künstliche Geschöpfe nicht besaßen. Doch sie band sie zugleich an Cho'galls Sache. Beide verteidigten eine Ordnung, die ihnen kaum eine andere Rolle zugestand als die von Wächtern und Waffen.
Der Weg zum Rat
Nach ihrem Fall lag der Weg zum Rat der Aszendenten offen. Die Abfolge war bezeichnend: Zuerst fiel Halfus, der fremde Drachen versklavte. Dann wurden Valiona und Theralion bezwungen, die aus der Zucht des Zwielichts hervorgegangen waren. Danach warteten Sterbliche, die ihre eigenen Körper freiwillig für elementare Macht aufgegeben hatten.
Valiona und Theralion stehen so zwischen Opfer und Täter. Sie verteidigten Cho'galls Bastion und töteten in seinem Namen. Gleichzeitig waren sie Produkte eines Plans, der Leben nur nach seiner Brauchbarkeit bewertete. Ihr Ende stoppte zwei mächtige Wächter, aber die Technik hinter ihrer Erschaffung blieb tief in der Bastion bestehen.