Der Turm über den Leylinien
Vakthros erhebt sich im Norden des Azurblauen Gebirges, wo sich starke arkane Leylinien durch das Land ziehen. Der Turm wurde in einer Zeit errichtet, als der Blaue Drachenschwarm noch geschlossen über die Magie Azeroths wachte. Seine Hallen, Schutzanlagen und Verbindungen zu den Leylinien machten ihn zu einem natürlichen Brennpunkt arkaner Macht. Nach dem Verstummen der Dracheninseln blieb er zurück wie ein Werkzeug, dessen Erbauer fortgegangen waren, während die Kraft unter seinem Fundament weiterströmte.
Für Kalecgos war Vakthros deshalb mehr als eine alte Anlage. Der Blaue Drachenschwarm war nach Malygos' Wahnsinn und Tod auseinandergebrochen. Viele blaue Drachen hatten sich über Azeroth verstreut, weil ihr alter Zusammenhalt mit dem Nexuskrieg zerfallen war. Kalecgos trug zwar den Titel des Aspekts, doch ein Titel allein konnte keine Familie ersetzen. Als die Dracheninseln erwachten, kehrte er zunächst mit wenigen Verbündeten zurück und musste erkennen, dass die Geschichte seines Schwarms nicht durch einen Befehl geheilt werden konnte.
Raszageth sucht eine Waffe
Raszageth, die Inkarnation des Sturms, erkannte den Wert von Vakthros. Sie wollte die titanisch geprägte Ordnung der Drachen brechen und die ursprüngliche Macht der Proto-Drachen wiederherstellen. Die Leylinien unter dem Turm konnten ihr dabei als gewaltige Energiequelle dienen. Ihr Angriff war daher kein zufälliger Überfall auf eine verlassene Ruine. Wenn sie Vakthros beherrschte, konnte sie die arkane Kraft des Gebirges gegen Kalecgos und seine Verbündeten wenden.
Kalecgos und Khadgar versuchten, den Turm zu verteidigen. Sie kämpften nicht nur gegen Primalisten und Raszageths Sturm, sondern gegen die Folgen jahrzehntelanger Trennung. An vielen Orten hätte Kalecgos auf die Macht eines geeinten Schwarms vertrauen können. In Vakthros musste er zunächst mit jenen auskommen, die geblieben waren. Der Turm hielt dem Angriff nicht unbegrenzt stand, und die Stärke der Sturmincarnation machte deutlich, wie wenig ein einzelner Aspekt ohne seine Gemeinschaft ausrichten konnte.
Der Ruf an die verstreute Familie
Sindragosas magisches Simulakrum half Kalecgos zu verstehen, was Malygos verloren hatte. Der frühere Aspekt hatte seinen Schwarm wie eine militärische Ordnung geführt und war schließlich bereit gewesen, andere Magier für seine Vorstellung von Schutz zu opfern. Kalecgos musste einen anderen Weg wählen. Er sandte keinen Befehl aus, sondern einen Ruf. Blaue Drachen, die längst eigene Leben begonnen hatten, sollten nicht wegen alter Pflicht zurückkehren, sondern weil ihre gemeinsame Geschichte noch Bedeutung besaß.
Als Raszageth erneut über Vakthros hereinbrach, folgten die verstreuten Blauen diesem Ruf. Ihre Rückkehr veränderte den Kampf. Gemeinsam konnten sie den Turm halten, die Leylinien schützen und Kalecgos ermöglichen, den azurblauen Eidstein wieder zu erwecken. Der Sieg entstand nicht aus einer wiederhergestellten Hierarchie. Er entstand, weil einzelne Drachen sich entschieden, wieder füreinander einzustehen.
Ein wiedergewonnener Mittelpunkt
Vakthros blieb nach dem Angriff ein sichtbares Zeichen dieser Erneuerung. Der Ort erinnerte weiterhin an die alte Aufgabe des Blauen Drachenschwarms, doch seine neue Bedeutung lag in der Art, wie diese Aufgabe getragen wurde. Kalecgos war nicht länger der einsame Nachfolger eines gefallenen Aspekts. Um ihn hatte sich eine Gemeinschaft gesammelt, die ihre Unterschiede nicht aufgeben musste, um gemeinsam die Magie Azeroths zu schützen.
Damit wurde der Turm zu einem Wendepunkt im Verhältnis zwischen Pflicht und Familie. Raszageth hatte Vakthros erobern wollen, weil sie dort eine Waffe sah. Kalecgos rettete ihn, indem er den Ort wieder zu einem Zuhause machte. Die Leylinien blieben wichtig, doch die eigentliche Stärke des Turms lag fortan in den Drachen, die aus freien Stücken zu ihm zurückgekehrt waren.