Der Weg nach Düsterbruch
Düsterbruch war einst Eldre'Thalas, das abgeschiedene Archiv von Azsharas Hochgeborenen. Im Westflügel überlebten die Shen'dralar den Großen Bruch, indem sie Immol'thar in einem Feld aus fünf Pylonen fesselten und seine Energie für Magie und Unsterblichkeit aussaugten. Als der Dämon schwächer wurde, verwandelte Prinz Tortheldrin den eigenen Hof in eine Auswahl zwischen Gehorsam, Mord und einem Tod, der selbst die Seele nicht freigab. In Tsu'zee erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Nicht jeder Gang durch den Westflügel führte zu Tsu'zee. Der Geist erschien nur gelegentlich zwischen den untoten Shen'dralar. Diese Seltenheit machte sie nicht zu einer heimlichen Herrscherin. Sie war eine der Toten, deren fortdauernde Gegenwart weder planbar noch vollständig erklärt werden konnte.
Die Quellen nennen keinen Rang am Hof, keinen Anteil am Aufstand und keine Beziehung zu Tortheldrin. Selbst ob Tsu'zee während der großen Säuberung starb, lässt sich nicht sicher belegen. In einer Stadt, in der Tausende Jahre Isolation und gezielter Mord ganze Reihen von Bewohnern auslöschten, blieb von manchen nur der Name.
Die Klinge erinnert sich
Tsu'zee griff aus günstiger Stellung an, blendete Gegner und nutzte jede ungeschützte Rückseite. Ihr Geist hatte die Bewegungen einer geschulten Kämpferin bewahrt. Körper und Biografie waren vergangen, aber Gewohnheiten blieben wie ein einstudierter Satz, den der Tod immer wieder sprach.
Der Klang ihres Namens führte später zu Vermutungen und Anspielungen außerhalb der Welt, doch daraus entsteht keine Geschichte Eldre'Thalas'. Dieser Eintrag macht sie weder zur Attentäterin des Prinzen noch zur Rächerin seiner Opfer. Beides wäre möglich und beides unbelegt.
Ein Name unter vielen Verstummten
Mit Tsu'zees Fall wurde kein Fluch über die Stadt gebrochen. Ihre Bedeutung liegt im Gegenteil in dieser Begrenztheit. Hinter den großen Entscheidungen Tortheldrins standen zahlreiche Leben, deren genaue Wege verloren gingen. Tsu'zee gibt einem dieser Verluste einen Namen, ohne vorzugeben, die Lücke dahinter schließen zu können.