Der Weg nach Stratholme
Stratholme war einst eine der großen Städte Lordaerons, bis verseuchtes Getreide und Arthas Menethils Entscheidung zur Säuberung ihre Straßen in ein Massengrab verwandelten. Jahre später teilten sich zwei Feinde die brennenden Ruinen. Im Westen hielt der Scharlachrote Kreuzzug eine Bastion, ohne zu wissen, dass Balnazzar ihn aus Saidans gestohlenem Körper lenkte. Im Osten bewachten die Diener Baron Totenschwurs Ziggurate, Kristalle und das Schlachthaus der Geißel. Jeder Weg durch die Stadt führte deshalb nicht nur an Gegnern vorbei, sondern durch verschiedene Antworten auf dieselbe Katastrophe: Fanatismus, Untod, Schuld und die Unfähigkeit der Toten, Stratholme loszulassen. In Timmy der Grausame erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Timmison war schon zu Lebzeiten für Grausamkeit im Kampf berüchtigt. Spätere Berichte vermuteten, dass jahrelange Schikanen in seiner Kindheit den Sadismus genährt hatten. Das erklärt seine Taten nicht fort und spricht ihn nicht frei. Es zeigt nur, wie eine alte Wunde, die nie heilte, zu einer Waffe gegen Menschen werden konnte, die mit ihrem Ursprung nichts zu tun hatten.
Ein Streiter unter widersprüchlichen Berichten
Ältere Aufträge nannten ihn einen früheren Streiter, möglicherweise des Lichts, der in Stratholme Verbrechen an Unschuldigen beging, um unheilige Macht zu gewinnen. Das Dungeonkompendium zeichnet den Feldkämpfer Timmison, dessen Grausamkeit und zerbrochener Geist in der Geißel eine neue Form erhielten. Die Quellen erklären nicht jedes Detail gleich. Sie stimmen darin überein, dass aus einem Kämpfer ein Täter und aus dem Täter ein Untoter wurde.
Als Ghul verlor Timmison fast alles, was ihn als Menschen ausgezeichnet hatte. Übrig blieb der Name Timmy, eine Anrede aus jener Kindheit, in der andere ihn erniedrigt hatten. Nun schrie er ihn selbst, als könne der zerbrochene Verstand nur noch zu dem ältesten Schmerz zurückkehren. Der Ruf war zugleich Vorstellung, Warnung und Gefängnis.
Timmy lauerte nahe dem Hof der Bastion und unterschied sich auf den ersten Blick kaum von anderen Ghulen. Im Kampf riss er Fleisch, nährte sich an seinen Opfern und verfiel in Raserei. Hinter ihm warteten Kreuzfahrer, die sich für rein hielten; vor ihm lag die untote Stadt. Seine Stellung verband beide Seiten Stratholmes durch dasselbe Ergebnis: Ein Mensch war so lange zur Waffe gemacht worden, bis nur noch Gewalt übrig blieb.
Kein Spott als Schluss
Der Name und der Ruf können leicht wie ein makabrer Scherz wirken. Innerhalb seiner Geschichte sind sie etwas Dunkleres. Timmy zeigt, dass Untod nicht immer eine neue Persönlichkeit erschafft. Manchmal greift er nach dem schlimmsten Wort eines alten Lebens und lässt es den Toten so lange wiederholen, bis alle anderen Erinnerungen verschwunden sind.