Ehre und StärkeBlackmoore
Tavarok
Bosse

Tavarok

Tavarok wurde von Pathaleon dem Kalkulator im Auftrag Kael'thas' beschworen, um die arkanen Ströme unter der Managruft zu sammeln. Die fremdartige Energie wusch jedoch Pathaleons rötliche Verderbnis aus dem Koloss und gab ihm einen eigenen Willen. Freiheit machte ihn nicht gütig: Er nutzte sie, um jeden zu verschlingen, der sich ihm in den Weg stellte.

Der Weg nach Managruft

Die Managruft war ein aufgebrochener Flügel der draenischen Totenstadt Auchindoun. Nachdem Murmurs Ankunft das Heiligtum zerrissen hatte, behandelten Nexusprinz Shaffar und seine Astralen die Gräber als Lager aus Reichtum und arkaner Energie. Zwischen gebundenen Leerenwesen, erwachten Kolossen und Illidans zweifelhaften Geschenken wurde Erinnerung dort zur Ware. In Tavarok erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.

Kael'thas und seine Blutelfen suchten in der Scherbenwelt unablässig nach arkaner Macht. Pathaleon der Kalkulator beschwor Tavarok, damit der Koloss die Energieströme unter Auchindoun sammelte. Der Auftrag behandelte die zerstörte Totenstadt wie eine Mine und das beschworene Wesen wie eine Maschine, die sich ohne eigene Frage durch ihr Gestein bewegte.

Die besondere Energie der Gruft

Unter den Gräbern floss keine gewöhnliche Magie. Naaru, draenische Seelen und die Verwüstung durch Murmur hatten Auchindoun mit Kräften erfüllt, die sich nicht sauber voneinander trennen ließen. Als Tavarok diese Ausstrahlung aufnahm, veränderte sie ihn. Seine rötliche Färbung, Zeichen von Pathaleons Einfluss, wich einem hellen, beinahe weißen Stein.

Die Verwandlung löste Tavarok aus der Kontrolle seines Beschwörers. Zum ersten Mal konnte der Koloss entscheiden, wohin er ging und wem er gehorchte. Doch ein freier Wille bringt nicht automatisch Mitgefühl hervor. Tavarok kannte ein Dasein als Werkzeug und einen wachsenden Hunger; aus beiden baute er eine Freiheit, die jeden anderen nur als Hindernis wahrnahm.

Shaffars Astrale und Pathaleons Blutelfen suchten dieselben Energien aus unterschiedlichen Machtblöcken heraus. Tavarok stand zwischen diesen Ansprüchen. Niemand besaß ihn mehr vollständig, aber alle hatten dazu beigetragen, ihn in die Gruft zu bringen. Sein wütendes Eigenleben war damit die unbeabsichtigte Antwort eines heiligen Ortes auf konkurrierende Ausbeutung.

Stein, Kristall und Erschütterung

Tavarok ließ Kristalle aus dem Boden brechen, erschütterte die Halle und schloss Gegner in massiven Gefängnissen ein. Die Kräfte, die ihn verwandelt hatten, traten durch seinen Körper wieder hervor. Jeder Ausbruch erinnerte daran, dass Magie nicht folgenlos gesammelt werden konnte: Was Pathaleon als Rohstoff geplant hatte, stand nun mit eigenem Willen im Weg.

Tavaroks Tod beendete eine Gefahr, die keiner der beteiligten Plünderer noch sicher beherrschte. Seine kurze Selbstständigkeit bleibt dennoch bedeutsam. Sie zeigt, dass Befreiung nur der Anfang einer Geschichte ist. Ohne Erinnerung, Gemeinschaft oder ein Ziel jenseits des eigenen Hungers kann der erste freie Schritt ebenso leicht in neue Gewalt führen.