Ehre und StärkeBlackmoore
Taretha Foxton
Charakter

Taretha Foxton

Taretha Foxton erkannte in Thrall zuerst ein hilfloses Kind und später einen Freund. Mit Mitgefühl, Briefen und einem Fluchtplan veränderte sie die Geschichte der Orcs, obwohl Durnholdes Herr sie dafür ermordete.

Das Kind, das den Säugling sah

In Durnholde betrachteten die Männer Aedelas Schwarzmoors den gefundenen Orcsäugling als Besitz, Kuriosität und künftige Waffe. Sie legten ihm Fleisch hin und wunderten sich, dass er nicht aß. Taretha Foxton war selbst noch ein Kind, doch sie sah das Offensichtliche, das den Erwachsenen entging: Der kleine Orc hatte keine Zähne. Auf ihren Hinweis erhielt er Milch und wurde von Tarethas Mutter Klannia genährt. Noch bevor Thrall Worte verstand, rettete ihn ein menschliches Mädchen durch einfache Aufmerksamkeit.

Taretha war die Tochter von Tammis Foxton, Schwarzmoors persönlichem Schreiber. Ihre Nähe zur Macht gab ihr keinen freien Weg. Durnholde bestimmte, welche Bildung, Arbeit und Zukunft für sie vorgesehen waren. Dennoch fand sie Möglichkeiten, Thralls Welt zu erweitern. Für ihn wurde Tari, wie er sie nannte, zur Schwester. Zwischen dem Kind des Dieners und dem versklavten Orc entstand eine Familie, die keine Urkunde und kein Herr anerkannt hatte.

Briefe durch die Mauern

Thrall wuchs getrennt von gewöhnlicher Nähe auf. Schwarzmoor ließ ihn lesen, kämpfen und taktisch denken, weil er aus ihm einen gehorsamen Feldherrn machen wollte. Taretha schrieb ihm heimlich. Ihre Briefe gaben dem jungen Orc eine Stimme, die nichts von ihm verlangte, keinen Sieg und keine Unterwerfung. Durch sie lernte er, dass Menschen nicht nur die Peitsche des Ausbilders, das Gebrüll der Arena oder das kalte Kalkül seines Besitzers verkörperten.

Diese Freundschaft war gefährlich, weil sie Schwarzmoors Ordnung widersprach. Ein Sklave sollte Dankbarkeit für jede Erleichterung empfinden und keine Beziehungen besitzen, die seiner Kontrolle entgingen. Taretha behandelte Thrall dagegen als jemanden, dessen Gedanken und Schmerzen zählten. Sie gab ihm damit etwas, das keine Kampfschule lehren konnte: einen Maßstab, an dem er die angebliche Zivilisiertheit seiner Herren prüfen durfte.

Feuer als offene Tür

Nach einer besonders grausamen Niederlage in der Arena half Taretha Thrall bei der Flucht. Sie ließ Tiere frei, setzte ein Lager in Brand und legte ihm einen großen Mantel bereit, damit er im Chaos das Tor passieren konnte. Als Thrall ihre Verletzungen sah und begriff, dass Schwarzmoor auch sie missbrauchte, bat er sie mitzukommen. Taretha lehnte ab, weil ihre Flucht die Eltern und den Bruder gefährdet hätte.

Sie gab ihm eine Halskette mit Mondsichel, über die er später Kontakt aufnehmen konnte. Thrall ging hinaus, fand die Frostwölfe und half, die Orcs aus den Lagern zu befreien. Taretha blieb in Durnholde. Ihr Mut bestand nicht darin, keine Angst zu kennen, und auch nicht in einem unbeschwerten Aufbruch. Sie schuf einem anderen den Ausgang, obwohl die Verantwortung für ihre Familie sie selbst hinter der Mauer hielt.

Schwarzmoors letzte Grausamkeit

Als Thrall als Kriegshäuptling zurückkehrte, wollte er die Gefangenen befreien und versuchte zunächst, Schwarzmoor zur Aufgabe zu bewegen. Taretha warnte, dass der Herr von Durnholde nicht vernünftig handeln werde. Wieder bat Thrall sie, vor dem Angriff zu gehen; wieder wollte sie ihre Angehörigen nicht verlassen. Schwarzmoor ließ sie verfolgen, verhörte und kerkerte sie ein. Im Rausch ordnete er ihre Hinrichtung an.

Am nächsten Tag warf er Tarethas abgetrennten Kopf von der Mauer vor Thrall. Der Orc, den Schwarzmoor zur gefühllosen Waffe hatte erziehen wollen, weinte zum ersten Mal bewusst. Dann griff die Horde an. Thrall tötete Schwarzmoor, ließ unbeteiligte Menschen Durnholde verlassen und bat den Geist der Erde, die Festung zu zerstören. Seine Vergeltung galt nicht der Menschheit. Tarethas Leben hatte ihm längst unmöglich gemacht, Grausamkeit mit einem ganzen Volk gleichzusetzen.

Die leise Hand in der Geschichte der Horde

Später wurde Tarethas Halskette aus den Händen des Syndikats geborgen. In den Höhlen der Zeit mussten Reisende zudem verhindern, dass der Ewige Drachenschwarm ihre Rolle aus der Vergangenheit löschte. Ohne ihre Hilfe wäre Thrall in Durnholde geblieben, die Internierungslager wären vielleicht nicht befreit worden, und die neue Horde hätte eine andere oder gar keine Gestalt gefunden. Weltgeschichte hing an einem Glas Milch, einigen Briefen und einem Mantel vor einem brennenden Lager.

Taretha führte kein Heer und erhielt zu Lebzeiten keinen Titel. Ihr Einfluss kam aus der hartnäckigen Weigerung, den jungen Orc vor ihr auf die Rolle zu reduzieren, die Durnholde ihm gegeben hatte. Thrall bewahrte sie als Familie in seiner Erinnerung; selbst im Kampf gegen Todesschwinge trug er den Gedanken an ihren Mut bei sich. Darin liegt kein Ausgleich für ihr geraubtes Leben. Es zeigt nur, wie weit eine gute Tat reichen kann, wenn sie im richtigen Augenblick einem Gefangenen sagt: Du bist mehr als das, wozu dein Besitzer dich machen will.