Der Weg nach Blutschlägermine
Unter dem Frostfeuergrat trieben die Oger des Blutschlägerklans Gefangene aus ganz Draenor in glühende Stollen. Die Mine lieferte Erz, Schlacke und lebende Arbeitskraft für ein System, in dem jeder Körper als Besitz galt. Elementare wurden gebunden, Sklaven mit Gewalt angetrieben und die fern gelegene Anlage von einem Gouverneur beherrscht, der gerade deshalb Gefallen an seinem Posten fand, weil kaum jemand seine Methoden überprüfte. In Schmiedemeister Gog'duh nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Die Geomanten am Frostfeuergrat rühmten sich, Erde und Feuer nicht nur zu verstehen, sondern nutzbar zu machen. Gog'duh führte dieses Selbstbild in der Schmiede der Blutschlägermine fort. Elementare waren für ihn keine eigenständigen Kräfte, mit denen ein Schamane verhandelt. Sie waren Brennstoff, Hammer und Diener eines Handwerks, dessen Größe sich an immer höherer Hitze messen ließ.
Gog'duh fachte die Flammen zu ungeahnter Stärke an. Jeder neue Hitzeschub versprach schnelleres Metall, mächtigere Waffen und den Beweis, dass der Schmied noch mehr beherrschen konnte als zuvor. Er bemerkte den entscheidenden Punkt erst, als er ihn längst überschritten hatte. Magmolatus, im Ofen gefangen, wurde nicht fügsamer, sondern sammelte Wut in jeder Schicht glühender Schlacke.
Volle Konzentration für einen Gefangenen
Schließlich brauchte Gog'duh seine ganze Kraft, um den Elementar unter Kontrolle zu halten. Der Meister der Schmiede war damit selbst an seine Schöpfung gebunden. Er konnte den Ort nicht verlassen und keine Ruhe finden, ohne den Ausbruch zu riskieren. Herrschaft hatte sich in eine Kette verwandelt, deren anderes Ende Magmolatus trug.
Als Eindringlinge kamen, rief Gog'duh die Elementare Ruination und Kalamität. Erde brach in scharfen Linien auf, während Feuer über den Raum sprang. Die Diener sollten keinen dauerhaften Sieg erringen, sondern dem Schmied Zeit geben, Magmolatus weiter zu halten. Jeder beschworene Helfer zeigte, wie abhängig Gog'duh von genau den Mächten geworden war, die er als Untergebene behandelte.
Mit jeder Verletzung sank Gog'duhs Fähigkeit, den Ofen zu bändigen. Der Kampf gegen ihn war deshalb zugleich ein Kampf um den Zeitpunkt des unvermeidlichen Ausbruchs. Seine Gegner wussten, dass der Tod des Schmieds keine Ruhe bringen würde. Hinter ihm wartete eine größere Macht, die Freiheit nicht mit Dankbarkeit verwechseln konnte.
Ein Meister von den Folgen überholt
Als Gog'duh fiel, entkam Magmolatus. Der Schmied starb nicht an fehlendem Können, sondern an einem Können ohne Maß. Er hatte Elemente so lange als Werkzeuge behandelt, bis sein ganzes Leben darin bestand, eines dieser Werkzeuge am Aufstand zu hindern. Die Schmiede blieb heiß, doch niemand stand mehr zwischen dem Gefangenen und der Welt außerhalb des Ofens.