Ehre und StärkeBlackmoore
Schlingender Goliath
Bosse

Schlingender Goliath

Der schlingende Goliath lauerte tief in den Höhlen und hatte mit zahllosen Generationen von Flunkern vom unbehandelten Wasser des Urquells gelebt. Sein Hunger kannte keine Grenze. Er verschluckte Eindringlinge, rief mit seinem Quaken junge Flunker aus der Decke und machte deren Gift ebenso tödlich wie seinen eigenen Schlund.

Der Weg nach Hallen der Infusion

Unter Tyrhold lenkten die Hallen der Infusion das Wasser eines uralten Quells durch titanengeschmiedete Anlagen. Was die Hüter als Ordnung und Versorgung verstanden, galt den Primalisten als Verunreinigung der ewigen Essenz Azeroths. Ihr Angriff überwältigte den alten Wächter, drang bis zum Urquell vor und sollte schließlich mit einem beschworenen Tsunami die Einrichtung zerstören und das Wasser in einen vermeintlich natürlichen Zustand zurückzwingen. In Schlingender Goliath nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Unter den technischen Hallen lagen natürliche Höhlen, in denen das Wasser des Urquells noch unbearbeitet floss. Der schlingende Goliath und seine Brut hatten dort über viele Generationen gelebt. Für sie war der Quell weder titanisches System noch politisches Symbol. Er war Nahrung, Lebensraum und die Grundlage eines Kreislaufs, der lange ohne die Aufmerksamkeit der oberen Welt bestanden hatte.

Der Goliath war der Erzeuger unzähliger Generationen von Flunkern. Kleine neugierige Tiere wimmelten durch die Höhlen und trugen sein Gift weiter. Seine Bedeutung lag deshalb nicht nur in der Größe seines eigenen Körpers. Er stand im Mittelpunkt einer Population, die den Raum um ihn herum mit jedem Nachwuchs dichter und gefährlicher machte.

Ein unstillbarer Hunger

Alles, was dem Versteck zu nahekam, wurde als mögliche Nahrung behandelt. Der Goliath verschlang Menschen ebenso bereitwillig wie kleinere Kreaturen. Traf sein Schlund keinen Körper, wurde die Bestie vor Hunger rasend und schlug noch härter zu. Die Gruppe musste ihm daher Beute anbieten, ohne einen Gefährten im Maul sterben zu lassen. Sicherheit bestand nicht im vollständigen Abstand, sondern in kontrollierter Nähe.

Wer verschlungen wurde, nahm mehrere Schichten eines tödlichen Flunkergifts auf. Auch die Bisse der Jungtiere verteilten dieselbe Substanz. Bei zu vielen Anwendungen starb das Opfer augenblicklich. Der Goliath musste nicht jeden Menschen vollständig verdauen. Es genügte, dass sein Körper und seine Nachkommen genügend Gift in die Gruppe trugen, bis keine Heilung mehr Schritt hielt.

Ein überwältigendes Quaken traf alle Gefährten und ließ lose Steine aus der Decke brechen. Mit dem Geröll fielen neugierige Jungflunker in den Kampf. Die Stimme des Goliaths rief seine Brut nicht durch einen bewussten Befehl. Sie erschütterte ihren gemeinsamen Lebensraum so stark, dass die nächste Generation buchstäblich in die Gefahr stürzte.

Junge Tiere als rettende Beute

Die kleinen Flunker waren giftig, konnten aber zugleich in den Bereich des Schlunds geführt werden. Verschlang der Goliath sie statt eines Menschen, blieb sein Hunger besänftigt, ohne einen Gefährten zu gefährden. Die Gruppe nutzte damit den eigenen Nachwuchs gegen den Vater. In einer Höhle, die nur Hunger und Nähe kannte, wurde die Frage, wer als Nächstes gefressen wurde, zur entscheidenden Taktik.

Die Gefährten hielten das Gift niedrig, wichen dem fallenden Gestein aus und ließen die Bestie nicht hungrig in Raserei geraten. Schließlich starb der Goliath, und mit ihm endete der Mittelpunkt vieler Flunkergenerationen. Die Tiere in den Hallen verschwanden nicht, doch ihr größter Fresser und Erzeuger beherrschte den Urquell nicht länger.

Der Goliath war weder durch Ordnung verdorben noch von Sariya beschworen worden. Er lebte im vermeintlich ursprünglichen Wasser und war dennoch tödlich. Seine Existenz widersprach der einfachen Vorstellung, Natur müsse sanft sein, solange niemand sie verändere. Als die Gruppe Khajin erreichte, traf sie auf eine Primalistin, die gerade diese ursprüngliche Welt um jeden Preis wiederherstellen wollte.