Der Weg nach Schattenmondgrabstätte
Die Begräbnisstätten des Schattenmondklans waren einst ein Ort, an dem die Orcs ihren Ahnen naheblieben und die Bewegungen von Sternen und Monden deuteten. Ner'zhuls Bund mit der Leere verwandelte diese Nähe in Ausbeutung. Geister wurden angelockt, Realität aufgerissen und die Toten als Kraftquelle für einen Häuptling benutzt, der unter dem Druck der Eisernen Horde nach einer Macht griff, deren Hunger weit größer war als sein eigener Plan. In Nhallish nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Auf der Suche nach Macht durchbrach Ner'zhul das Gewebe der Realität. Die Leere erhielt damit einen Zugang zu den uralten Begräbnisstätten. Ein solcher Spalt ist keine Tür, durch die nur der gewünschte Gast tritt. Mit der Energie kamen Wesen, deren Ziele älter und umfassender waren als der Plan des Häuptlings.
Ein Geist aus reiner Dunkelheit
Nhallish glitt durch die Öffnung und fand einen Ort voller Geister. Er war uralt und aus Dunkelheit geboren, ohne Erinnerung an eine sterbliche Gemeinschaft, die seine Gier begrenzt hätte. Während die Schattenmondorcs Ahnen nach Zweck und Zugehörigkeit unterschieden, sah er in jeder Seele nur Nahrung.
Der Rachegeist ließ die Grüfte aufbrechen und hob weitere Erscheinungen aus ihrer Ruhe. Jeder unachtsame Schritt über eine Grabstelle konnte einen neuen Gegner hervorbringen. Die Begräbnisstätte wurde dadurch gegen ihre Besucher gewandt. Stein, der einst Erinnerung markierte, wurde zum dünnen Deckel über einer Seele, die Nhallish erneut in Gewalt zog.
Der Leib bleibt zurück
Nhallish riss die Seelen seiner Gegner aus ihren Körpern und verbannte sie in eine spektrale Ebene. Dort stand jeder einem Abbild des eigenen Geistes gegenüber. Kein Gefährte konnte diese Aufgabe vollständig übernehmen. Um zurückzukehren, musste der Betroffene die eigene Seele bezwingen und wieder an sich nehmen.
Wer seine Seele rechtzeitig zurückgewann, kehrte nicht nur lebend zurück, sondern für kurze Zeit gestärkt. Nhallishs Angriff enthielt damit ungewollt die Möglichkeit seiner Niederlage. Er wollte Menschen in Körper und Geist teilen. Stattdessen zwang er sie, den eigenen Willen bewusst zurückzufordern, und machte diese erneuerte Verbindung mächtiger als zuvor.
Der Hunger wird aus den Gräbern vertrieben
Nhallish wurde besiegt, doch der Spalt zur Leere blieb Teil von Ner'zhuls Verderbnis. Der Rachegeist hatte keine Heimat in den Grabstätten und hinterließ keine Gemeinschaft, die um ihn trauerte. Sein Ende bewahrte die dort ruhenden Seelen vor einem Hunger, der sie weder kannte noch hasste, sondern gerade deshalb ohne Grenze verschlungen hätte.