Ehre und StärkeBlackmoore
Kleia
Charakter

Kleia

Kleia begann in Bastion als pflichtbewusste Aspirantin. Der Aufstand der Verschmähten und die Seelen, die sie aus der Welt der Sterblichen holte, zwangen sie zu erkennen, dass Hingabe ohne Mitgefühl selbst ein gerechter Weg nicht bleiben kann.

Eine Aspirantin auf dem Pfad

Kleia lebte in Bastion mit dem Ziel, eines Tages aufzusteigen und als Kyrianerin Seelen aus der Welt der Sterblichen in die Schattenlande zu geleiten. Der Pfad verlangte, Erinnerungen und persönliche Bindungen abzulegen. Nur wer frei von früheren Lasten war, sollte jede Seele ohne Vorurteil tragen können. Kleia glaubte an diese Ordnung. Sie hatte bereits eine Seelenbandpartnerin an den Aufstieg verloren und fand später in Pelagos einen neuen Gefährten.

Als ein lebender Schlundgänger Bastion erreichte, begrüßte Kleia ihn als Erste. Sie erkannte schnell, dass der Fremde nicht in die üblichen Regeln passte. Gemeinsam mit Pelagos führte sie ihn durch Prüfungen, weil sie hoffte, auf diesem Weg eine Audienz bei der Archon zu erreichen und vor den kyrianischen Dienern des Kerkermeisters zu warnen.

Der Aufstand der Verschmähten

In den Tempeln Bastions begegnete Kleia den Rissen im eigenen System. Die Verschmähten behaupteten, der Pfad raube den Aspiranten ihre Identität und verschließe die Augen vor berechtigtem Schmerz. Devos hatte Uthers verwundete Seele gesehen und erkannt, dass die Ordnung der Schattenlande eine von Frostgram abgespaltene Seelenhälfte nicht verstand. Aus ihrem Zweifel entstand jedoch ein Bündnis mit dem Kerkermeister.

Kleia half, Angriffe auf den Tempel der Reinheit und den Tempel des Mutes abzuwehren. Sie sah, wie Erinnerungen als Waffe benutzt wurden, aber auch, wie die Archon Warnungen zu lange abtat. Die Verschmähten irrten in ihrem Bündnis, doch nicht jede ihrer Fragen war falsch.

Der erste Seelendienst

Nach ihrem Aufstieg erhielt Kleia die Aufgabe, eine Seele aus der Welt der Sterblichen zu holen. In Rotkamm sah sie die Verwüstung durch die Geißel und begegnete einem Bauern, der sein Leben beim Schutz seiner Familie verloren hatte. Die Richterin schickte ihn trotzdem in den Schlund, weil der Kreislauf der Seelen bereits verdorben war. Kleia konnte ihn nur abliefern und zusehen, wie ein guter Mensch in eine Hölle fiel, die er nicht verdient hatte.

Dieser Augenblick veränderte ihren Glauben. Der Pfad hatte sie darauf vorbereitet, unparteiisch zu sein, nicht darauf, offensichtliches Unrecht schweigend auszuführen. Kleia begann zu verstehen, dass Gehorsam die Kyrianer nicht von Verantwortung befreite.

Pelagos und ein neuer Weg

Pelagos zweifelte schon lange an den starren Erwartungen Bastions. Kleia unterstützte ihn, ohne seine Unsicherheit als Schwäche zu behandeln. Beide wurden zu Stimmen einer Reform, die Erinnerung nicht mehr vollständig auslöschen wollte. Nach Zovaals Niederlage wurde Pelagos zur neuen Richterin der Seelen. Seine Wahl bedeutete, dass die Schattenlande künftig nicht nur nach einem unpersönlichen Maßstab urteilen sollten.

Für Kleia war dies auch der Abschluss einer gemeinsamen Reise. Aus der Aspirantin, die einen Fremden durch vorgeschriebene Prüfungen geführt hatte, war eine Kyrianerin geworden, die den Pfad selbst prüfte. Sie blieb Bastion treu, aber nicht mehr in der Vorstellung, Treue bedeute Unveränderlichkeit.

Mut zum Widerspruch

Kleias Geschichte macht die Kyrianer nicht zu einfachen Unterdrückern und die Verschmähten nicht zu reinen Befreiern. Der alte Pfad sollte verhindern, dass Seelenträger aus persönlicher Vorliebe urteilten. Doch er verlangte einen Preis, den seine Führung lange nicht sehen wollte. Die Rebellion erkannte diesen Schmerz, lieferte ihn aber Zovaals Macht aus.

Kleia fand zwischen beiden Extremen einen Weg. Sie bewahrte Dienst, Mitgefühl und Erinnerung zugleich. Ihr Mut besteht nicht nur darin, gegen Maldraxxi oder Verschmähte zu kämpfen. Er zeigt sich darin, eine geliebte Ordnung zu verändern, nachdem sie erkannt hat, wem diese Ordnung schadete.