Der Weg nach Nebel von Tirna Scithe
Tirna Scithe war ein heiliger Hain des Ardenwalds, in dem Wildsamen und die Geheimnisse der Wiedergeburt geschützt wurden. Als Drust aus Thros eindrangen und hungrige Gorm an einem kostbaren Wildsamen fraßen, schlossen Nebel und lebende Wälder die Wege. Wer das Herz des Hains retten wollte, musste deshalb nicht nur Feinde besiegen, sondern erst beweisen, dass er die verspielten Schutzmechanismen des Waldes verstand. In Ingra Maloch nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Die Drust waren durch ihren Fluch dazu verdammt, jenseits des natürlichen Kreises von Leben und Tod zu bestehen. Thros gewährte ihnen Fortdauer, aber keine friedliche Wiederkehr. Als sie Ardenwalds Wildsamen und die dort gepflegte Wiedergeburt erkannten, sahen sie darin keinen heiligen Vorgang, den es zu achten galt. Sie sahen einen Mechanismus, der ihrem eigenen Schicksal entkommen helfen und zugleich ein neues Reich unter ihre Kontrolle bringen konnte.
Natur soll gehorchen
Ingra Maloch sprach mit Verachtung über Wesen, die Stöcke und Blätter verehrten. Für ihn war Natur kein Geflecht, in dem jede Gestalt ihren Platz suchte. Sie war Kraft, die gebrochen, gebunden und verwendet werden musste. Diese Haltung trug den Angriff auf Tirna Scithe. Wer Wiedergeburt erzwingen wollte, musste den Wald nicht verstehen; er musste dessen Hüter so lange quälen, bis ihre Macht den Befehlen aus Thros folgte.
Maloch unterwarf Droman Oulfarran, einen mächtigen Hüter des Hains. Oulfarrans Körper griff Eindringlinge an, während sein Bewusstsein noch warnte, sie sollten fliehen. Jeder Schlag wurde damit zum sichtbaren Beweis der Gefangenschaft. Der Drust wollte nicht bloß einen starken Diener. Er machte aus dem Beschützer eine Waffe gegen genau jene Menschen, die gekommen waren, seinen Wald und seinen Willen zu retten.
Der Wald weint durch seinen Hüter
Unter Malochs Kontrolle setzte Oulfarran Pollen, Wurzeln und die Tränen des Waldes frei. Die vertrauten Kräfte Tirna Scithes erschienen plötzlich feindlich. Dennoch blieb in seinen Warnungen ein Rest eigener Entscheidung erhalten. Er bat die Schlundgänger auszuhalten, selbst wenn sein Körper sie verletzte. So begann die Befreiung nicht erst mit einer zerbrochenen Fessel, sondern mit der Stimme, die sich innerhalb des Zwangs weigerte, die Opfer als Feinde zu betrachten.
Sobald Malochs Griff geschwächt wurde, richtete Oulfarran die Macht des Hains gegen ihn. Die Gruppe erhielt Kraft und konnte den Drust verwunden, bevor die Dunkelheit den Hüter erneut umschloss. Der Kampf wechselte zwischen Unterwerfung und kurzen Augenblicken der Freiheit. Darin lag seine eigentliche Geschichte: Maloch konnte Natur zwingen, doch jeder Riss in seiner Kontrolle offenbarte, dass der Wald nicht auf seiner Seite stand.
Thros verliert seinen ersten Griff
Maloch drohte, Thros werde seine Gegner verschlingen, und hielt bis zuletzt an der Vorstellung vollständiger Eroberung fest. Als er fiel, brach die Fessel um Oulfarran. Der Droman überlebte nicht als gedemütigter Diener, sondern als Hüter, dessen Widerstand den Sieg ermöglicht hatte. Tirna Scithe war noch nicht sicher, doch der erste Versuch der Drust, seine eigene Kraft gegen den Hain zu kehren, war gescheitert.
Die Drust blieben eine Gefahr für Ardenwald, weil ihr Wunsch nach einem Ausweg aus dem Fluch verständlich und ihre gewählte Methode unerbittlich war. Maloch wollte den Kreislauf nicht betreten, sondern besitzen. Sein Fall zeigte den Unterschied zwischen Wiedergeburt und bloßer Fortsetzung. Ein neues Leben konnte nicht aus einer Seelenfessel entstehen. Solange der Wille des Waldes und seiner Bewohner gebrochen werden musste, bot selbst ewiges Bestehen nur eine weitere Form von Thros.