Der letzte schwarze Prinz
Wrathion schlüpfte aus einem gereinigten schwarzen Drachenei. Er wollte frei von der Verderbnis sein, die Neltharion und dessen Nachkommen geprägt hatte. Zugleich war er überzeugt, nur überleben zu können, wenn niemand aus Todesschwinges alter Ordnung seinen Anspruch bedrohte. Noch als sehr junger Drache begann er deshalb, Feinde und Verwandte gegeneinander auszuspielen.
Wrathion suchte nicht die offene Schlacht. Er arbeitete mit Rabenholdt und ausgewählten Schurken, die unbemerkt in Festungen eindringen konnten. Ihre Aufträge führten gegen schwarze Drachen, Agenten und Personen, deren Wissen seine Pläne gefährdete. Der Prinz lieferte Informationen, doch er verriet nie mehr von seinen Absichten als unbedingt nötig.
Golad und Tiriosh
Am Ende dieser Aufträge entstanden zwei Dolche: Golad, Zwielicht der Aspekte, und Tiriosh, Alptraum der Zeitalter. Gemeinsam wurden sie als Fänge des Vaters bekannt. Ihre Namen verweisen auf Todesschwinges Erbe, doch sie dienten nicht dem Vater. Wrathion machte aus dessen Schatten Werkzeuge für seine eigene Unabhängigkeit.
Wrathion erklärte sein Vorgehen als Schutz vor der Verderbnis des schwarzen Schwarms. Tatsächlich beseitigte er auch Rivalen und ließ andere die gefährlichsten Schritte übernehmen. Die Dolche stehen deshalb für seine frühe politische Methode: Er erkannte eine reale Gefahr, verband ihre Lösung mit seinem eigenen Vorteil und hielt die moralischen Kosten auf Abstand.
Der Anfang von Wrathions langer Planung
Die Fänge des Vaters waren kein Abschluss, sondern der Beginn von Wrathions Rolle in Azeroths Politik. Später versuchte er, Horde und Allianz gegen kommende Bedrohungen zu einen, und nahm dafür erneut Manipulation und Krieg in Kauf. In den beiden Dolchen ist dieses Muster bereits vollständig erkennbar: scharfer Blick, berechtigte Furcht und die gefährliche Überzeugung, selbst entscheiden zu dürfen, wer für die Zukunft geopfert wird.