Eine Siedlung auf einem jungen Weltenbaum
Teldrassil war kein uralter Teil Kalimdors. Fandral Hirschhaupt ließ den gewaltigen Baum nach dem Dritten Krieg wachsen, weil viele Nachtelfen ihre verlorene Unsterblichkeit und einen neuen Mittelpunkt suchten. Auf seinen Ästen und in seinen Wäldern entstand Dolanaar. Das Dorf wirkte alt, obwohl der Boden unter seinen Häusern erst seit kurzer Zeit existierte.
Mondbrunnen, Baumhäuser und Wege durch dichtes Laub verbanden Dolanaar mit den vertrauten Formen der kaldoreiischen Kultur. Für viele Bewohner war der Ort ein Versuch, nach dem Verlust des Hyjal und der Verwüstung ihrer Wälder ein normales Leben wiederaufzunehmen.
Die Krankheit unter der Schönheit
Teldrassil war zunächst nicht von den Drachenaspekten gesegnet. Im jungen Baum breitete sich eine Verderbnis aus, die Tiere, Furbolgs und selbst Teile der Natur veränderte. Dolanaars Druiden und Schildwachen bemerkten früh, dass die neue Heimat nicht jene Harmonie besaß, die ihre äußere Schönheit versprach.
Von Dolanaar aus wurden Quellen gereinigt, besessene Wesen bekämpft und Verbindungen zu anderen Siedlungen gehalten. Der Alltag des Dorfes war deshalb von einem stillen Widerspruch geprägt: Die Nachtelfen wollten Teldrassil als Neubeginn ansehen, mussten aber immer wieder erkennen, dass seine Entstehung selbst Teil des Problems war.
Ein Dorf zwischen Darnassus und den Wäldern
Dolanaar lag auf dem Weg von Laubschattental nach Darnassus. Wer die geschützten Haine verließ, begegnete hier erstmals der größeren Gesellschaft Teldrassils. Händler, Handwerker, Druiden und Wächterinnen sorgten dafür, dass die Hauptstadt nicht von den kleineren Gemeinschaften auf dem Baum getrennt blieb.
Als Teldrassil später im Krieg der Dornen brannte, ging mit Dolanaar mehr verloren als ein Dorf. Häuser, Mondbrunnen und vertraute Wege verschwanden gemeinsam mit der gesamten Heimat. Für Überlebende wurde der Name zu einer Erinnerung an das alltägliche Leben vor der Katastrophe.
Die verlorene Mitte Teldrassils
Dolanaars Geschichte umfasst nur wenige Jahrzehnte, doch für eine Generation von Nachtelfen war der Ort Heimat. Seine kurze Existenz macht den Verlust nicht kleiner. Sie zeigt vielmehr, wie schnell ein Volk nach einer Katastrophe neue Bindungen schaffen kann und wie tief ihre Zerstörung schneidet.