Das Gefängnis unter Revendreth
Wer Denathrius widersprach, musste nicht öffentlich verurteilt werden. Die Blutigen Tiefen boten ihm einen Ort, an dem Gefangene aus dem Blick der Höfe verschwanden. Zwischen Zellen, Folterkammern und Speichern konnten seine Diener Seelen brechen und zugleich die Anima abschöpfen, die Revendreth angeblich zum Wohl aller Schattenlande verwalten sollte.
Großaufseherin Beryllia leitete einen Teil dieser Arbeit. Sie behandelte die Insassen nicht als Personen, die noch gerettet werden konnten, sondern als Vorräte. Ihr Amt zeigte, dass die Gewalt in den Tiefen keine Entgleisung einzelner Wächter war. Sie gehörte zur Verwaltung des Regimes.
Gefangene und geraubtes Licht
Unter den Gefangenen befand sich Z'rali, eine Naaru, die einst beim Angriff des Lichts auf Revendreth beteiligt gewesen war. Denathrius' Diener hielten sie fest und versuchten, ihre Macht auszunutzen. Ihre Gegenwart verband die Tiefen mit einer älteren Wunde des Reiches: den Glutbezirk, den das Licht nach Denathrius' eigenen Provokationen verwüstet hatte.
Z'ralis Befreiung gab den Eindringlingen eine Verbündete, deren Licht die Dunkelheit der Anlage durchdringen konnte. Sie war jedoch nicht bloß ein hilfreiches Werkzeug. Ihr Zustand bezeugte, dass Denathrius selbst kosmische Feinde und deren Gefangene in seine langfristigen Pläne einbezog.
Generalin Kaal hält die Tiefen
Generalin Kaal gehörte neben Grashaal zu den wichtigsten Befehlshabern der Steinlegion. Während Denathrius seine Kräfte in Schloss Nathria sammelte, sicherte sie die Tiefen und jagte die Eindringlinge durch ihre Korridore. Für Kaal bedeutete Loyalität, den Willen ihres Herrn auch dann auszuführen, wenn ganz Revendreth unter seinen Entscheidungen litt.
Nach Kämpfen gegen Kryxis, den Henker Tarvold und Beryllia kam es am Ausgang zur Entscheidung. Kaal versuchte, die Befreiten zu vernichten, bevor sie Denathrius' Verbrechen öffentlich machen konnten. Ihre Niederlage öffnete den Weg aus dem Gefängnis und nahm dem Grafen eine erfahrene Generalin, wenn auch nicht endgültig.
Der Unterbau von Denathrius' Macht
Die Blutigen Tiefen erklärten, wie das höfische Revendreth funktionieren konnte. Über den Mauern stritten Adlige um Rang und Etikette; darunter wurden die Opfer dieser Ordnung eingesperrt und ausgepresst. Der Glanz der Höfe beruhte auf einer Gewalt, die sorgfältig verborgen blieb.
Mit der Befreiung der Gefangenen und Z'ralis wurde dieser Unterbau beschädigt. Doch erst der Angriff auf Schloss Nathria konnte Denathrius selbst erreichen. Die Tiefen waren deshalb keine abgeschlossene Nebenfront. Sie waren der Beweis, den die Rebellion brauchte, bevor sie den Herrscher des Reiches offen stürzte.