Ehre und StärkeBlackmoore
Blutprinzessin Thal'ena
Bosse

Blutprinzessin Thal'ena

Thal'ena war die Tochter der Blutkönigin Lana'thel und eine Prinzessin der vampirischen San'layn. Seit dem Nordendfeldzug litt sie in der Violetten Festung unter einem Hunger, den Gefangenschaft nicht stillen konnte. Als die Tür aufsprang, wollte sie nicht fliehen, sondern ihren Blutdurst an Dalaran und schließlich an der Welt sättigen.

Der Weg nach Sturm auf die Violette Festung

Die Violette Festung war Dalarans Gefängnis für Wesen, die zu gefährlich, zu rätselhaft oder zu wertvoll für eine gewöhnliche Zelle waren. Als die fliegende Stadt über den Verheerten Inseln Stellung bezog, griff die Brennende Legion genau diesen verwundbaren Punkt an. Jede geöffnete Tür machte eine alte Bedrohung zur Waffe gegen die Stadt, während Legionskommandanten den Aufruhr nutzten, um Dalaran von innen zu erobern. In Blutprinzessin Thal'ena nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.

Thal'ena gehörte zu den San'layn, jenen gefallenen Elfen, die der Lichkönig als vampirische Diener zurückgebracht hatte. Ihre Mutter Lana'thel herrschte als Blutkönigin in der Eiskronenzitadelle. Der Titel Prinzessin bezeichnete deshalb keine behütete Kindheit, sondern eine Stellung in einem Hof, dessen Macht aus geraubtem Blut, Zwang und ewiger Abhängigkeit bestand.

Gefangen seit dem Nordendfeldzug

Während des Krieges in Nordend geriet Thal'ena in die Gewalt der Kirin Tor und wurde in Dalarans Gefängnis gebracht. Jahre vergingen hinter Schutzrunen. Für einen gewöhnlichen Gefangenen hätte Zeit die Hoffnung oder den Körper schwächen können. Bei einer San'layn ließ sie vor allem den Hunger wachsen, der nicht wie menschlicher Appetit verging, sondern jede wache Stunde in Schmerz verwandelte.

Als der Angriff auf die Festung ihre Zelle öffnete, sah Thal'ena keinen Grund zur Dankbarkeit gegenüber der Legion. Vor ihr lagen lebende Verteidiger, hinter ihnen eine ganze Stadt und jenseits Dalarans eine Welt voller Blut. Gefangenschaft hatte ihren Willen nicht gebrochen. Sie hatte jedes andere Bedürfnis auf einen einzigen Wunsch zugespitzt: endlich zu trinken und nie wieder in Mangel eingeschlossen zu werden.

Der Kuss der Prinzessin

Thal'ena gab ihren Hunger weiter. Ihr Biss erfüllte ein Opfer mit der Essenz der Blutprinzessin, steigerte dessen Kraft und pflanzte zugleich einen neuen Durst ein. Bevor dieser in unkontrollierbare Raserei umschlug, musste das Opfer einen Gefährten beißen. Die Gruppe wurde so in die Logik der San'layn gezwungen: Macht kam durch Blut, doch jede gewonnene Stärke schuf den nächsten Schuldner.

Mit jedem neuen Gebissenen wuchs nicht nur die Kampfkraft, sondern auch das Leid, das Thal'enas Aura über alle legte. Niemand konnte den Fluch allein tragen, ohne den Verstand zu verlieren. Zugleich machte jede Weitergabe einen weiteren Menschen abhängig. Der Kampf bestand darin, die Kette bewusst zu führen, bis die Quelle des Hungers fiel, statt sie ungeordnet durch Dalaran laufen zu lassen.

Das Ende einer blutigen Erbschaft

Thal'ena starb in der Festung, bevor sie die Welt zu ihrer Speisekammer machen konnte. Mit ihr endete eine direkte Linie Lana'thels, doch nicht die Erinnerung an die San'layn und ihre Versuche, Blut als Herrschaftsrecht zu benutzen. Ihre Jahre im Gefängnis hatten die Gefahr nicht geheilt. Sie hatten nur dafür gesorgt, dass der erste freie Augenblick vom ganzen Gewicht eines aufgestauten Hungers erfüllt war.