Der Weg nach Scharlachrotes Kloster
Das Scharlachrote Kloster war einst ein stiller Ort des Lichts. Nach Lordaerons Fall wurde es zur Festung eines Kreuzzugs, der aus berechtigtem Entsetzen über die Geißel einen fanatischen Reinheitswahn formte. Bibliothek, Waffenkammer, Friedhof und Kathedrale erzählten verschiedene Teile desselben Niedergangs: Wissen diente der Abschottung, Glaube dem Urteil, und selbst die eigenen Toten fanden zwischen den Gräbern keine Ruhe. In Blutmagier Thalnos erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Noch als lebender Magier erwarb Thalnos im Kreuzzug einen grausamen Ruf. Neue Rekruten sollten unter seinen Foltermethoden gereinigt werden. Das Wort verdeckte, was geschah: Schmerz wurde nicht eingesetzt, um eine konkrete Gefahr zu prüfen, sondern um Gehorsam zu brechen und Leiden als Beweis der Hingabe zu verlangen.
Die Seuche trifft den Reiniger
Schließlich erkrankte Thalnos selbst an der Seuche des Untodes. Keine frühere Strenge, keine Folter und kein scharlachrotes Bekenntnis schützten ihn. Er starb und erhob sich als Skelett. Für einen Mann, der andere auf Verdacht gequält hatte, war diese Verwandlung kein gerechtes Urteil, sondern die endgültige Widerlegung seiner behaupteten Kontrolle.
Thalnos streifte voller Rachsucht durch die Gräber und kommandierte Erscheinungen und zombifizierte Kreaturen. Feuer- und Schattenmagie lagen in derselben knöchernen Hand. Er rief nach mehr Seelen und verweigerte den zornigen Toten jede Ruhe. Aus dem Reiniger von Rekruten wurde ein Herr genau jener Wesen, die sein Orden vernichten wollte.
Die dunkle Seite des Lichts
Sein Fall beseitigte einen gefährlichen Untoten, konnte aber seine frühere Schuld nicht von der späteren trennen. Thalnos war nicht erst als Skelett zum Monster geworden. Der Tod änderte seine Zugehörigkeit und seine Magie; die Bereitschaft, andere im Namen der Reinheit zu brechen, hatte lange zuvor in ihm gelebt.