Der Weg nach Schwarzfelshöhlen
Tief unter dem Schwarzfels verwandelte der Schattenhammer alte Gänge in ein Heiligtum der Umformung. Oger, gefangene Drachen und fanatische Kultisten waren dort keine Gefährten, sondern Rohstoffe für Cho'galls Krieg. Jede Kammer führte tiefer in eine Ordnung, in der Schmerz als Prüfung, Verderbnis als Aufstieg und der Verlust der eigenen Gestalt als Auszeichnung galt. In Bella nahm ein eigener Teil dieses Angriffs Gestalt an.
Bella gehörte zu einer Familie gewaltiger Kernhunde. Ihr Gefährte, den Eindringlinge nur als die Bestie kannten, bewachte einst die obere Schwarzfelsspitze. Helden töteten ihn auf ihrem Weg durch Rend Schwarzfausts Reich. Für die Sieger war er eine weitere Gefahr in einer feindlichen Festung; für Bella blieb eine Lücke zurück, die keinen Namen aus einer Beuteliste trug.
Vier Welpen nach dem Verlust
Bella blieb mit Buster, Lucky, Runty und Spot zurück. Die Namen klangen beinahe harmlos, doch die Jungen wuchsen zwischen Feuer, Gewalt und dem Geruch des Krieges auf. Die Mutter bewachte sie mit jener unerbittlichen Nähe, die jedes fremde Geräusch als Wiederkehr derselben Gefahr deutete, die bereits ihren Gefährten genommen hatte.
Der Schattenhammer bot keine liebevolle Heimat. Dennoch fanden Bella und ihre Jungen in den Schwarzfelshöhlen einen Ort, an dem ihre Wut willkommen war. Der Kult brauchte Wächter, und Bella brauchte ein Ziel für ihren Hass. Aus gegenseitigem Nutzen entstand ein Bündnis, das Trauer nicht heilte, sondern sie Tag für Tag in neue Aggression verwandelte.
Eine Mutter zwischen Feinden
Wer ihre Kammer betrat, begegnete nicht nur einem einzelnen Tier. Die Welpen sprangen an Bellas Seite, und jeder Angriff auf sie rief die ganze Familie in Bewegung. Besonders Runty wirkte kleiner und weniger aggressiv als die anderen. Gerade darin lag eine Entscheidung: Nicht jede Kreatur im Raum musste getötet werden, nur weil der Weg durch die Höhlen Gewalt verlangte.
Bella spie Feuer über den Boden, brüllte ihre Gegner nieder und wählte einzelne Menschen für eine rasende Verfolgung. Ihre Angriffe wirkten nicht wie die Befehle eines Feldherrn. Sie waren die unmittelbare Antwort eines Wesens, das in jeder bewaffneten Gestalt den möglichen Mörder des nächsten Familienmitglieds sah.
Die Rache kennt keinen Abschluss
Der Tod der Bestie konnte nicht rückgängig gemacht werden, gleichgültig wie viele Eindringlinge Bella zerriss. Der Schattenhammer gab ihrer Trauer deshalb keine Zukunft, nur Wiederholung. Jeder neue Kampf versprach für einen Augenblick Genugtuung und endete doch mit derselben Abwesenheit, die sie in die Höhlen geführt hatte.
Als Bella fiel, war dies nicht einfach der Sturz eines Kultwächters. Es war das Ende einer Familiengeschichte, die von den Kriegen am Schwarzfels verschlungen worden war. Wurde Runty verschont, blieb wenigstens ein Welpe außerhalb der Logik zurück, nach der jede Verwandtschaft nur neue Kämpfer und jede Trauer nur einen weiteren Grund zum Töten hervorbringen musste.