Der Weg nach Scharlachrotes Kloster
Das Scharlachrote Kloster war einst ein stiller Ort des Lichts. Nach Lordaerons Fall wurde es zur Festung eines Kreuzzugs, der aus berechtigtem Entsetzen über die Geißel einen fanatischen Reinheitswahn formte. Bibliothek, Waffenkammer, Friedhof und Kathedrale erzählten verschiedene Teile desselben Niedergangs: Wissen diente der Abschottung, Glaube dem Urteil, und selbst die eigenen Toten fanden zwischen den Gräbern keine Ruhe. In Arkanist Doan erhält ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt.
Während des Dritten Kriegs gehörte Doan zum Kreis um Alexandros Mograine. Als der dunkle Kristall aus der Hand eines Orchexenmeisters heilige Energie verschlang, war der Magier zunächst skeptisch. Dann schlug er ein gemeinsames Experiment vor. Licht durchdrang den Kristall, reinigte ihn und schuf den Kern jener Waffe, die Magni Bronzebart später zur Aschenbringer schmiedete.
Containment statt blinder Ansturm
Doan glaubte an Planung und den richtigen Augenblick. In Hearthglen verlangte Isillien sofortiges Eingreifen, doch der Magier sparte seine Kraft, bis ein mächtiger Blizzard ganze Wellen von Untoten vernichten konnte. Er hielt arkane Magie für unverzichtbar, um die Geißel einzudämmen. Diese Nüchternheit schützte ihn allerdings nicht davor, sich nach Alexandros' Tod dem Scharlachroten Kreuzzug anzuschließen.
Im Kloster bewachte Doan Bibliothek und Athenaeum. Er galt als einer der stärksten Magier des Ordens und trug einen Schlüssel, der Zugang zu scharlachroten Operationen in den Pestländern gab. Seine Stellung widerlegt die Vorstellung, der Kreuzzug habe ausschließlich dem Licht vertraut. Wo Wissen militärisch nützlich war, fand auch die Arkane ihren festen Platz.
Die Explosion des Bewahrers
Im Kampf schützte Doan sich mit einer undurchdringlichen Blase, verwandelte Gegner und entfesselte eine gewaltige Detonation. Der Bibliothekar bewahrte Wissen, setzte es aber nicht gegen den Fanatismus der eigenen Reihen ein. Sein Fall schwächte die Verteidigung des Klosters. Er hinterließ die schwerere Frage, wie ein Mann, der Zweifel, Versuch und Prüfung kannte, seine Vernunft auf Magie begrenzen und den Kreuzzug selbst ungeprüft lassen konnte.