Ehre und StärkeBlackmoore
Ara'lon
Charakter

Ara'lon

Ara'lon war ein Sylvar des Ardenwalds, Pfleger des Hains Tirna Noch und Beschützer Ursocs. Während der Animadürre musste er den Wildgott opfern, kämpfte danach für die Wilde Jagd und starb durch eine Intrige der Drust.

Der Hüter von Tirna Noch

Ara'lon gehörte zu den Sylvar, naturverbundenen Bewohnern des Ardenwalds. Dieses Reich der Schattenlande nahm die Seelen von Wildgöttern, Loa und anderen mächtigen Naturwesen auf. In Wildsamen ruhten sie, bis Anima ihre Wunden geheilt hatte und sie in die Welt der Lebenden zurückkehren konnten. Ara'lon pflegte den Hain Tirna Noch und behandelte jede Wildsaat als ein Leben, das ihm vorübergehend anvertraut war.

Unter seinen Schützlingen befand sich Ursoc, der Bärengott, der während des Krieges gegen die Legion gefallen war. Für Ara'lon war die Wildsaat kein namenloser Behälter. Er kannte Ursocs lange Geschichte, seine Verbindung zu Azeroth und die Hoffnung, die an seiner Wiedergeburt hing. Die Arbeit des Sylvar bestand aus Geduld: Ein Hain konnte nicht erzwungen werden. Er musste genährt, bewacht und durch Jahreszeiten begleitet werden.

Die Dürre erreicht den Ardenwald

Als der Zustrom von Anima versiegte, begann der Ardenwald zu sterben. Hainen fehlte die Kraft, jede Wildsaat zu erhalten. Ara'lon und andere Pfleger versuchten zunächst, mit immer weniger Nahrung immer mehr Leben zu bewahren. Doch die Winterkönigin musste entscheiden, welche Teile des Reiches bestehen konnten. Ganze Haine wurden aufgegeben, damit der Rest nicht gemeinsam mit ihnen verdorrte.

Tirna Noch wurde ausgewählt. Ara'lon protestierte, weil Aufgabe für ihn bedeutete, das Vertrauen der schlafenden Seelen zu brechen. Am Ende half er dennoch, die Anima des Hains zu sammeln. Ursocs Wildsaat wurde aufgelöst, und die Kraft des Wildgottes floss in den Ardenwald. Ara'lon sah zu, wie ein Wesen, das auf Wiedergeburt gewartet hatte, ein zweites Mal starb. Der Wald überlebte diesen Augenblick nur, weil einer seiner größten Beschützer keine Zukunft mehr erhielt.

Ein Schwur aus Trauer

Nach Ursocs Ende trauerte Ara'lon nicht still. Er schloss sich der Wilden Jagd an und schwor, den Ardenwald zu verteidigen. Seine Entscheidung entstand aus Schuld und Zorn, aber nicht aus dem Wunsch nach Rache an der Winterkönigin. Er hatte verstanden, dass sie keine gute Möglichkeit abgelehnt hatte. Es gab keine. Die Dürre zwang das Reich, Leben gegeneinander aufzurechnen.

Ara'lon kämpfte gegen Angreifer und versuchte zugleich, weitere Wildsamen zu retten. Als Yseras Seele in Gefahr geriet, bat er die Winterkönigin, für sie ein anderes Urteil zu finden. Seine Bitte trug das Gewicht von Ursocs Verlust. Er wollte nicht akzeptieren, dass aus einer notwendigen Grausamkeit eine Gewohnheit wurde. Ysera wurde gerettet, doch die dafür eingesetzte Macht band sie enger an den Ardenwald und an die Winterkönigin.

Die Drust und der gestohlene Hain

Der Ardenwald wurde nicht nur durch die Dürre bedroht. Die Drust suchten einen Weg aus Thros in das Reich und verdarben Haine von innen. Ara'lon untersuchte die Gefahr und geriet in eine Intrige, die ihm vertraute Stimmen und Orte entgegenstellte. Die Feinde nutzten aus, dass der Sylvar nach all seinen Verlusten unbedingt noch etwas retten wollte.

Ara'lon wurde getötet. Sein Tod gehörte zu einem Plan, durch den die Drust Tirna Scithe angreifen und die Verteidigung des Waldes schwächen wollten. Für die Wilde Jagd war der Verlust eines erfahrenen Kämpfers schwer; für den Ardenwald endete damit ein Leben, das ganz dem Bewahren anderer gewidmet gewesen war. Er hatte Ursoc nicht retten können und starb, bevor er den Wald wieder heil sah.

Was von Ara'lon bleibt

Ara'lons Geschichte zeigt den Ardenwald nicht als friedliches Jenseits, sondern als Reich, in dem Wiedergeburt Arbeit und Opfer verlangt. Wildgötter kehren nicht automatisch zurück. Jemand muss ihre Samen nähren, schützen und Entscheidungen treffen, wenn die Kraft nicht für alle reicht. Ara'lon gab dieser Aufgabe ein Gesicht. Durch ihn wurde Ursocs endgültiger Tod nicht zu einer abstrakten Folge der Animadürre, sondern zum Verlust eines Pflegers, der den Bären kannte und dennoch loslassen musste.

Er war kein Herrscher und kein kosmischer Richter. Seine Bedeutung lag darin, dass er die Folgen großer Entscheidungen trug. Die Winterkönigin bestimmte, welcher Hain geopfert wurde; Ara'lon stand neben der Wildsaat, als es geschah. Später verwandelte er seine Trauer in Dienst. Dass er am Ende selbst nicht bewahrt werden konnte, macht seine Geschichte bitter, aber nicht vergeblich. Ysera lebte, die Wilde Jagd kämpfte weiter, und der Ardenwald erinnerte sich an einen Hüter, der selbst in der Dürre jedes einzelne Leben sah.