Das größte Rudel des Azurblauen Gebirges
Im Westen des Azurblauen Gebirges liegt die Brackenfellhöhle, Heimat eines der größten Gnollverbände der Dracheninseln. Die Brackenfelle waren keine zufällige Ansammlung plündernder Tiere. Sie kannten das Gelände, hielten eigene Jagdgründe und lebten in einer Gesellschaft, deren Zusammenhalt auf Rudel, Stärke und der Versorgung ihrer Siedlung beruhte.
Ihre Nachbarn betrachteten sie dennoch mit gutem Grund als Gefahr. Überfälle auf Tuskarr und andere Bewohner der Region gehörten lange zu den Konflikten des Gebirges. Als sich im Rudel eine neue Form der Verfallsmagie ausbreitete, veränderte sich dieser alte Grenzstreit zu etwas, das weit über Beutezüge hinausging.
Faultriarchin Zornauge und der Verfall
Faultriarchin Zornauge führte die Brackenfelle tiefer in eine Magie, die Leben nicht einfach tötete, sondern faulen ließ und nach ihrem Willen neu formte. Krankheit wurde zum Werkzeug. Pilze, Fleisch und selbst der Boden konnten Träger eines Verfalls werden, der sich nicht um die Grenzen des Rudels kümmerte.
Zornauge versprach Macht in einer Gegend, in der die Brackenfelle sich gegen Drachen, Tuskarr und andere Völker behaupten mussten. Doch ihre Stärke beruhte darauf, alles Lebendige um sie herum zu vergiften. Je länger sie herrschte, desto weniger blieb von einer Heimat übrig, die das Rudel hätte ernähren können.
Die Brackenfelle verschleppten Tuskarr und brachten sie in ihre Höhlen. Für die Küstengemeinschaften Iskaaras war dies nicht nur ein weiterer Überfall. Familien verschwanden, und zugleich drohte der Verfall aus der Siedlung in Flüsse und Jagdgebiete zu gelangen.
Die Befreiung der Gefangenen führte die Angreifer tief in das Zentrum des Rudels. Dort zeigte sich, dass die Krise nicht durch jeden Gnoll in gleicher Weise entstanden war. Der entscheidende Antrieb kam von Zornauge und jenen, die ihre Magie annahmen. Ihr Fall brach die unmittelbare Ausbreitung des Verfalls, beseitigte aber nicht alle Spannungen zwischen den Völkern des Gebirges.
Eine Geschichte über Heimat und Verderbnis
Die Brackenfellhöhle macht sichtbar, wie eine Gemeinschaft zur Bedrohung werden kann, ohne dass ihre bloße Existenz das Problem ist. Die Gnolle brauchten Land, Nahrung und Schutz. Zornauge beantwortete diese Bedürfnisse mit einer Macht, die kurzfristig Überlegenheit versprach und langfristig jede Lebensgrundlage zerstörte.
Damit steht die Höhle neben vielen Orten Azeroths, an denen Angst vor Schwäche eine Tür für Verderbnis öffnete. Der Verfall kam nicht als fremdes Heer. Er wurde im Inneren angenommen, weil er eine schnelle Antwort bot. Erst als seine Folgen auch die eigenen Höhlen erfüllten, war kaum noch zu erkennen, was gerettet und was aufgegeben werden musste.