Der Weg nach Brackenfellhöhle
In der Brackenfellhöhle sammelten sich die stärksten Gnolle des Azurblauen Gebirges unter Faultriarchin Zornauge. Ihre Überfälle bedrohten die Tuskarr von Iskaara, doch Raub und Jagd waren nur die sichtbare Oberfläche. Im Inneren verbreitete Zornauge Verfallsmagie unter ihrem Stamm und wollte aus Hunger, Krankheit und Fäulnis eine Macht formen, die schließlich das ganze Gebirge verschlingen konnte. In Faultriarchin Zornauge nahm ein eigener Teil dieser Geschichte Gestalt an.
Zornauge wartete nicht darauf, dass Abstammung oder ein Rat ihr einen Titel verliehen. Als sie die Verfallsmagie entdeckte und zu beherrschen glaubte, erklärte sie sich selbst zur Faultriarchin. Der Name verband Fäulnis mit Herrschaft. Er versprach den Brackenfell, dass ihre Zukunft nicht im Schatten anderer Völker liegen müsse, solange sie bereit waren, die Welt um sich herum in denselben Zustand zu zwingen wie ihre Höhle.
Verfall als Stärke des Stammes
Die Magie blieb kein Geheimnis ihrer Anführerin. Zornauge verbreitete sie unter den Gnollen und machte aus Krankheit eine gemeinschaftliche Waffe. Der Stamm sollte nicht nur mehr Kämpfer haben, sondern Kämpfer, deren Berührung den Feind noch nach dem Angriff schwächte. Damit veränderte sie auch die Vorstellung von Stärke. Nicht der gesunde Körper galt als mächtig, sondern derjenige, der seine eigene Fäulnis lange genug trug, um andere anzustecken.
Die Tuskarr des Azurblauen Gebirges litten unter Überfällen, Entführungen und den Folgen der neuen Magie. Als die Brackenfell sich immer wieder in ihrer Höhle sammelten, sandte Häuptlingin Brena Gefährten hinein. Sie sollten Vermisste finden und den Verfall an seiner Quelle brechen. Für Iskaara war der Weg kein Eroberungszug. Es war der Versuch, wieder ohne die ständige Gewissheit zu leben, dass jede Reise in Gefangenschaft enden konnte.
Verwelkende Fäulnis
Zornauge belegte ihre Gegner fortwährend mit Fäulnis, die sich im Körper sammelte. Totems erneuerten den Befall, solange sie standen, und ihre Schläge hinterließen Wunden, die eingehende Heilung zunächst verschlangen. Die Faultriarchin wollte nicht nur Lebenspunkte nehmen. Sie wollte die Fähigkeit der Gruppe zerstören, einander wiederherzustellen. So wurde jede neue Ansteckung zugleich ein Angriff auf ihre Gemeinschaft.
Bei voller Energie zog Zornauge den vorhandenen Verfall an sich. Je mehr Fäulnis auf ihren Gegnern lag, desto stärker wurde sie. Die Schwäche der anderen war buchstäblich ihre Nahrung. Die Gruppe musste deshalb reinigen, bevor der entscheidende Augenblick kam. Wer glaubte, einige Wunden später behandeln zu können, übergab der Faultriarchin genau die Macht, mit der sie den nächsten Angriff führte.
Das Herz der Höhle verliert den Kampf
Nachdem Riras Meute, Baummaul und Bauchschuss gefallen waren, stand Zornauge ohne ihre sorgfältig aufgebauten Schutzschichten da. Die Gefährten zerstörten ihre Totems, entfernten die Fäulnis und verweigerten ihr die Masse an Krankheit, die sie in Stärke verwandeln wollte. Die Faultriarchin wurde bezwungen. Doch anders als viele Herrscher ihrer Höhle starb sie nicht an diesem Ort.
Im Augenblick der Niederlage entkam Zornauge. Die Brackenfell verloren ihr Machtzentrum, nicht aber die Frau, die ihnen den Verfall gebracht hatte. Später übernahm Gnoll Mon-Ark die Führung über Teile des Stammes. Nach Fyrakks Tod und der Blüte Amirdrassils glaubten die Gnolle, Zornauge hätte den neuen Weltenbaum verderben wollen. Selbst abwesend blieb sie damit Maßstab ihrer gefährlichsten Wünsche.
Ein Sieg ohne Schlussstrich
Die Befreiten konnten nach Iskaara zurückkehren, und die Ausbreitung des Verfalls im Gebirge wurde gebremst. Dennoch ließ sich die Geschichte nicht mit einem toten Endgegner versiegeln. Zornauges Wissen, ihre Anhänger und ihre Absicht überlebten. Die Brackenfellhöhle erzählte deshalb von einer Bedrohung, die zurückgedrängt, aber nicht vollständig ausgelöscht wurde. Fäulnis braucht oft nur einen verborgenen Rest, um erneut Wurzeln zu schlagen.